Lindsey Vonn, die erfolgreichste Skirennläuferin der Geschichte, hat Tennis-Superstar Serena Williams zu deren Comeback inspiriert. Die 41-jährige US-Amerikanerin erzählte im Gespräch mit SPORT BILD, wie sie reagierte, als Williams ihr gestand, dass Vonns Rückkehr in den Skizirkus sie beflügelt habe.
Vonns Comeback als Schlüsselmoment
Vonn war Ende 2024 nach mehr als fünf Jahren Pause zurückgekehrt und hatte im Dezember 2025 mit 41 Jahren ein Weltcuprennen gewonnen – ein Altersrekord. Erst danach erlitt sie einen Kreuzbandriss, startete trotzdem bei den Olympischen Spielen in Italien und stürzte dort schwer. „Als mir Serena sagte, dass mein Comeback eine Rolle dabei spielt, sie zu ihrem zu inspirieren, brauchte ich ehrlich gesagt eine Weile, um das zu verarbeiten“, sagt Vonn. „So etwas von einer Athletin zu hören, die ich so sehr bewundere, bewegte mich.“
Williams, die mit 44 Jahren ihre Rückkehr auf den Tennisplatz feiert, erklärte: „Als ich gesehen habe, wie gut Lindsey Vonn wieder Ski fuhr, spürte ich den Druck, es doch einmal zu probieren. Also entstand das Gefühl: warum nicht?“
Serena Williams' Rückkehr in Wimbledon
Die 23-malige Grand-Slam-Siegerin, die 2022 ihre Karriere beendet hatte, spielt nun sowohl im Einzel als auch im Doppel in Wimbledon. Ihr erstes Einzel-Match bestreitet sie am Dienstag auf dem Centre Court gegen die Australierin Maya Joint (20). Williams hat bereits zwei Matches absolviert: einen Sieg in Queen's an der Seite der Kanadierin Victoria Mboko (19) sowie eine Niederlage in Berlin mit Karolina Muchova (29) aus Tschechien.
Ihr Spiel zeigt noch die harten Schläge von der Grundlinie, allerdings kommen die Returns bisher nicht so konstant und platziert. Die Beinarbeit wirkt schwächer als früher. Ihre Volleys am Netz sind kraftvoll, die Aufschläge liegen bei 160 km/h und erreichen in der Spitze 180 km/h. US-Topspielerin Coco Gauff (22) sagt: „Im Doppel ist ihr Spiel angsteinflößender als im Einzel. Egal, wie lange sie weg war, sie hat weiterhin diese Aura und diesen Einschüchterungsfaktor.“
Die Rolle der Schwester Venus
Auch Serenas Schwester Venus Williams (46), mit der sie ab Donnerstag im Doppel antritt, spielte eine große Rolle. Sie hatte sich 2025 nach einer Gebärmutteroperation zurückgekämpft und kam bei den US Open bis ins Doppel-Viertelfinale. „Mich motivierte sehr, was Venus tat“, sagt Serena. Die 44-Jährige, die sich nach ihrer Karriere um ihre Töchter Olympia (8) und Adira (2) kümmerte, begann locker zu trainieren. „Da war eine Rückkehr noch gar nicht mein Ziel“, sagt sie. Sechs Monate brauchte sie für die Vorbereitung. Besonders ihre ältere Tochter machte ihr Druck – sie wollte ihre Mama noch einmal spielen sehen.
Ein begrenztes Comeback
Williams plant kein langfristiges Comeback: „Ich plane, für einen kleinen Zeitraum zu spielen. Das Ganze ist offensichtlich nicht lange für mich machbar“, sagt sie. Vonn zeigt sich begeistert: „Ich hatte gehofft, dass ich den Menschen zeigen könnte, dass unsere Träume kein Ablaufdatum haben. Dass selbst, wenn wir älter werden, diese immer noch erreichbar sind. Ich liebe, dass Serena genau das der Welt weiter zeigen wird, obwohl sie niemandem mehr etwas beweisen muss. Ihr Vermächtnis ist bereits unerreicht, und sie wird immer eine der größten Athleten aller Zeiten sein. Ich kann es nicht erwarten, Venus und Serena in Wimbledon zuzuschauen!“



