Felix Sturm (47) hat seine Karriere mit einer umstrittenen Punktniederlage gegen Granit Stein (33) beendet. Der Ex-Weltmeister unterlag dem Ingolstädter in seinem letzten Kampf knapp nach Punkten. Während Punktrichter Adrian Laschescu Sturm mit 96:93 vorn sah, werteten die beiden anderen Juroren den Kampf mit 96:95 und 95:94 für Stein. Das Urteil sorgte für Diskussionen.
Umstrittene Wertung und klare Treffer
Stein war zwar der aktivere Boxer, doch seine Schläge landeten oft auf der Deckung Sturms. Zudem agierte Stein vielfach unsauber und wurde mit einer Verwarnung sowie einem Punktabzug wegen eines Kopfstoßes in der sechsten Runde bestraft. Sturm hingegen landete die klareren Treffer, insbesondere seine Jabs kamen fast immer ins Ziel. Punktrichter Laschescu sagte zu BILD: „Ich habe Felix Sturm vorn gesehen.“ Auch Matchmaker Hagen Döring (Sauerland, Agon) als Gast am Ring urteilte: „Sturm war aktiver und schlug genauer, daher siegte er auch für mich.“ Sturm-Manager Roland Bebak pflichtete bei: „Für mich hat Felix den Kampf gewonnen. Er hat die klareren Treffer gehabt.“
Sturms Reaktion und Karriererückblick
Sturm selbst zeigte sich gefasst: „Man wünscht sich einen anderen Abgang, aber so ist das Leben. Ich hatte eine tolle Karriere.“ Der gebürtige Leverkusener blickt auf eine beeindruckende Laufbahn zurück: Fünfmal war er Weltmeister im Mittel- und Supermittelgewicht, kämpfte gegen Größen wie Oscar de la Hoya (53), gegen den er im Juni 2004 seine erste Profi-Niederlage kassierte. Zuletzt holte er sich im Februar 2016 gegen Fjodor Tschudinow den WM-Gürtel.
Ende einer goldenen Ära
Mit Sturm geht der letzte Star einer goldenen Generation im deutschen Boxsport um Arthur Abraham (46), Sven Ottke (59) oder Marco Huck (41). Trotz der umstrittenen Niederlage war es ein versöhnliches Karriereende für Sturm, der fairen Applaus nach der Urteilsverkündung erhielt.



