Sturm-Warnung: Granit Stein wird noch schwerer
Box-Profi Granit Stein (33) will nach seiner schmerzhaften Niederlage vor drei Wochen zurück auf die Siegerstraße. Der gebürtige Ingolstädter mit kosovarischen Wurzeln verlor damals knapp nach Punkten gegen den Mexikaner Diego Carmona (27). Doch statt zu resignieren, schlägt der Kämpfer sofort zurück: Am 11. Juli trifft er in der Porsche-Arena in Stuttgart auf Box-Idol Felix Sturm (47), der dort seinen Abschiedskampf unter dem Motto „One Last Dance“ bestreitet.
Eine Chance, die man nicht ablehnt
Als die Anfrage für diesen Kampf kam, zögerte Stein keine Sekunde: „Ich habe sofort Ja gesagt. So eine Chance bekommt nicht jeder.“ Um sie wahrzunehmen, wird der zweifache Familienvater sogar in eine höhere Gewichtsklasse aufsteigen. Bislang boxte Stein im Supermittelgewicht (76,2 Kilo), während Sturm im Spätherbst seiner Karriere auf das Halbschwergewicht (79,4 Kilo) gewechselt ist. „Das ist kein Riesensprung“, winkt Stein ab. „Für diesen riesigen Kampf kann man das mal machen. Die Vorbereitung ist im Grunde die gleiche.“
Respekt vor der Legende, aber Siegeswille
Der Schützling von Promoter Burim Sylejmani (Fides Sports) ist sich bewusst, dass der Abend vor allem Felix Sturm gehören soll, der nach 35 Jahren im Ring und 56 Profikämpfen (45 Siege) einen würdigen Abschied verdient. „Felix ist eine Legende, mehrfacher Weltmeister und ein Vorbild für viele Boxer“, sagt Stein. Doch er fügt entschlossen hinzu: „Jetzt ist aber eine andere Zeit, es ist meine Zeit. Ich will zeigen, dass ich oben mitmischen kann. Bei diesem Kampf habe ich nichts zu verlieren. Ich kann nur gewinnen und ich werde gewinnen.“
Der Name als Programm
Schon als Jugendlicher erhielt der Amateurboxer den Spitznamen „Stein“, der mittlerweile sogar offiziell in seinem Ausweis eingetragen ist. Für ihn ist es eine Art Lebensmotto: „Ein Sturm kann einem Stein nichts anhaben. Das ist Selbstbewusstsein. Ich werde alles dafür geben, diese Chance zu nutzen und allen zu zeigen, dass ich bereit bin für solche Kämpfe.“ Mit 20 Siegen, zwei Niederlagen und einem Unentschieden in seiner Bilanz geht der 33-Jährige als Außenseiter, aber mit unbändigem Willen in den Kampf.



