Der ehemalige zweifache Schwergewichts-Weltmeister Anthony Joshua hat bei seinem Comeback-Kampf in Dschidda ein frühes Debakel abgewendet. Der Brite besiegte den albanischen Außenseiter Kristian Prenga durch K.o. in der zweiten Runde, nachdem er in der ersten Runde zweimal zu Boden gegangen war. Joshua widmete den Sieg seinen beiden Freunden, die bei einem Verkehrsunfall im Dezember 2025 ums Leben gekommen waren.
Früher Schock für Joshua
Der Kampf begann für Joshua denkbar schlecht: Bereits nach rund 20 Sekunden traf Prenga mit einem Aufwärtshaken und schickte den 36-Jährigen zu Boden. Joshua kam zwar wieder auf die Beine, geriet aber erneut in Bedrängnis und wurde etwa 40 Sekunden vor Ende der ersten Runde ein weiteres Mal angezählt. Der Brite wirkte sichtlich benommen, überstand jedoch die Runde.
In der zweiten Runde zeigte sich Joshua deutlich erholt. Mit einem präzisen rechten Haken beendete er den Kampf vorzeitig und sicherte sich den Sieg. „Das war mehr als nur Schlagkraft“, sagte Joshua nach dem Kampf. „Das war Kampfgeist. Das waren Latz und Sina, das war die Familie. Allein darüber zu sprechen, tut weh.“
Gedenken an verunglückte Freunde
Es war Joshuas erster Auftritt seit dem schweren Verkehrsunfall in Nigeria im Dezember 2025, bei dem sein Personal-Trainer Sina Ghami und der Betreuer Latif „Latz“ Ayodele ums Leben kamen. Joshua selbst erlitt leichte Verletzungen und musste sich seither psychisch und physisch zurückkämpfen. Der Sieg gegen Prenga war für ihn daher auch eine emotionale Genugtuung.
„Ich habe für sie gekämpft“, so Joshua. „Jeder Schlag, jeder Schritt im Ring war für Latz und Sina. Sie waren immer an meiner Seite.“
Millionen-Kampf gegen Tyson Fury in Aussicht
Mit dem Erfolg in Saudi-Arabien hielt sich Joshua zudem die Chance auf einen lukrativen Kampf gegen den britischen Boxstar Tyson Fury offen. Wie Promoter Eddie Hearn bestätigte, ist ein Vertrag für ein Duell der beiden Schwergewichte noch in diesem Jahr bereits unterzeichnet. Die Bedingung: Beide Boxer mussten ihre Aufbaukämpfe gewinnen. Fury hatte seine Pflicht kurz zuvor gegen den Polen Mariusz Wach erfüllt.
„Der Kampf gegen Fury ist das, was die Fans sehen wollen“, sagte Hearn. „Joshua hat gezeigt, dass er auch nach Rückschlägen zurückkommen kann. Das wird ein Spektakel.“
Zachenhuber verliert WM-Kampf
Bereits vor Joshuas Auftritt hatte der deutsche Profiboxer Simon Zachenhuber in Dschidda seinen ersten WM-Titelkampf verloren. Der 28-jährige Supermittelgewichtler unterlag dem ungeschlagenen WBO-Weltmeister Hamzah Sheeraz aus Großbritannien nach Punkten. Zachenhuber zeigte eine gute Leistung, konnte den favorisierten Sheeraz aber nicht entscheidend gefährden.
Der Kampfabend in Dschidda war für das saudische Publikum und die internationale Boxszene ein wichtiger Schritt, da Saudi-Arabien sich zunehmend als Austragungsort für große Boxevents etabliert. Mit Joshua und Fury stehen nun zwei der bekanntesten Schwergewichtsboxer vor einem Duell, das Millionen von Fans weltweit anziehen dürfte.



