Samir Arabi (47) ist der Anfang des XXL-Umbruchs bei Fortuna Düsseldorf schon einmal geglückt. Während dieses Sommers wird es bei Fortuna noch ganz viele Wundertüten-Transfers geben. Der erste Deal von Arabi gehört nicht dazu. Und er zeigt ein ganz wichtiges Charaktermerkmal, das im Profifußball ganz oft fehlt.
Rückkehr nach drei Jahren
Jorrit Hendrix (31) wird – wenn beim Medizincheck nächste Woche nichts schiefgeht – nach drei Jahren zu Fortuna Düsseldorf zurückkehren. Bei den kommenden Transfers werden sicher viele dabei sein von Spielern, nach denen die Fans erst googeln müssen – Hendrix kennen sie schon und sie wissen: Der Holländer ist sportlich und charakterlich ein absoluter Gewinn. Sein Fortuna-Jahr 2022/23 war zwar nicht so gut, doch in Ansätzen hat man schon gesehen, wie viel im Ex-Champions-League-Teilnehmer steckt. Das hat er dann in Münster (trotz des Abstiegs aus der 2. Liga) auch unter Alexander Ende (46) gezeigt, nun kommt es zum Wiedersehen in Düsseldorf. Und der Trainer hat schon einen ganz wichtigen Anker, um den Wiederaufstieg anzugreifen.
Hendrix als Königstransfer
Arabi hat zwar mit Jomaine Consbruch (24) bereits den zweiten Mittelfeldspieler an der Angel (BILD berichtete), schon jetzt ist aber klar, dass Hendrix vom sportlichen Potenzial einer seiner Königstransfers wird. Auch gehaltstechnisch, weil Hendrix mit einem Jahresgehalt von rund 250.000 Euro direkt einer der Topverdiener in der 3. Liga sein wird. Es ist ein Deal, für den sich der Neu-Manager irgendwann feiern lassen könnte – jedoch nicht alleine. Sven Mislintat (53) hatte die Verpflichtung schon entscheidend angeschoben. Hendrix hatte nach BILD-Informationen da schon richtig Bock auf Fortuna und die Rückkehr zu Ende, Arabi musste nur noch vertraglich nacharbeiten und mit seinem Konzept überzeugen – das hat er geschafft.
Gemeinschaftswerk von Arabi und Mislintat
Dass der Ex-Bielefelder die ursprüngliche Idee von Mislintat fortgeführt hat, spricht total für ihn. Arabi hätte auch sagen können, er geht seinen komplett eigenen Weg, er schließt nur „seine“ Deals ab. So ist es ein Gemeinschaftswerk von ihm und Mislintat. In einem Geschäft, in dem so viele am liebsten ganz allein im Rampenlicht stehen, hat der Fortuna-Sportvorstand einen potenziellen Königs-Deal gemacht, bei dem er weiß, dass er sich das Lob mit seinem Vorgänger teilen müsste.
So eine Bescheidenheit, so ein Sich-selbst-zurücknehmen ist genau das, was ein Krisen-Klub wie Düsseldorf unbedingt braucht. In den letzten Wochen hatte es solche Taten nicht gegeben, überall wurde versucht, vor allem die eigene Haut zu retten. Nach wie vor sorgt auch die Entstehung des Managerwechsels für Kopfschütteln, immerhin aber nicht mehr, weil die Vorarbeit von Mislintat umsonst gewesen sein könnte. So hat Arabi mit Hendrix sportlich und menschlich gewonnen.



