Der FC Bayern München hat sein Museum in der Allianz Arena nach einem Umbau neu eröffnet. Seit einem Jahr wurde an der Neugestaltung gearbeitet, und nun präsentiert sich der Ausstellungsbereich mit einer beeindruckenden Trophäen-Allee als Herzstück.
Mehr Platz für die Geschichte
Durch die Umgestaltung des Eingangsbereichs mit einem zentralen Ticket-Tresen und einer kleineren Garderobe wurden 250 Quadratmeter zusätzliche Ausstellungsfläche gewonnen. Insgesamt stehen nun 3300 Quadratmeter zur Verfügung. Trotz der Bauarbeiten konnten die mehr als 520.000 jährlichen Besucher, von denen 60 Prozent aus dem Ausland kommen, die meisten der rund 650 Exponate weiterhin bewundern. Nur sechs Wochen war das Museum komplett geschlossen – vom 13. April bis 24. Mai.
Die neue Trophäen-Allee
Der absolute Hingucker ist die Trophäen-Allee. Bisher waren die Meisterschalen und DFB-Pokale in Vitrinen als eine Triumph-Straße angeordnet. Doch aufgrund der vielen neuen Titel in den vergangenen Jahren wurden die Vitrinen nun rechts und links des Gangs platziert. So entstand eine Allee, die das Herzstück des 2012 eröffneten Museums bildet. Museumsleiterin Petra Leufstedt, die seit 2013 im Amt ist, erklärt: „Jedes offizielle Duplikat kostet einen fünfstelligen Betrag.“ Die aktuellen Double-Trophäen der Männer- und Frauenmannschaften sind bereits vor Ort.
Zusätzlich gibt es eine neue XXL-Vitrine im Sichtbereich, die alle Ehrengaben der Gegnervereine zeigt. Ein besonderes Highlight ist die 65 Kilogramm schwere „Trofeo Santiago Bernabéu“ von Real Madrid.
Rekord-Schuhe von Roy Makaay
Das neueste Exponat sind die Rekord-Schuhe von Roy Makaay. Mit ihnen erzielte der ehemalige Stürmer im Achtelfinale 2007 gegen Real Madrid nach nur 10,12 Sekunden das schnellste Tor in der Geschichte der Champions League. Der Niederländer brachte die Erinnerungsstücke persönlich aus einer Adidas-Ausstellung in Amsterdam nach München. Die Schuhe tragen die eingestickten Namen seiner Kinder Dani und Milou.
Weitere Neuerungen
Der Umbau läuft im Hintergrund noch bis etwa Oktober weiter, aber große Teile sind bereits fertig. Dazu gehören die neuen Zeit-Kojen, in denen die 126-jährige Vereinsgeschichte erklärt wird. Drei weitere solcher Räume werden noch gestaltet, einer davon widmet sich dem 122-Tore-Rekord in der abgelaufenen Bundesliga-Saison.
In den nächsten zwei bis drei Monaten wird vor allem die Hall of Fame mit den 18 Legenden umgebaut. Neu ist, dass Fans die Möglichkeit haben, mit allen sechs Henkelpötten gleichzeitig ein Foto zu machen. Thomas Glas, Direktor Marke des FC Bayern, sagt schmunzelnd: „Dort ist auch noch Fläche für einen siebten Pokal!“
Weitere ausgebaute Bereiche umfassen Frauenfußball und Basketball, interaktive Ecken für Kinder sowie Themen wie Nachhaltigkeit, Diversität, Erinnerungsarbeit und gesellschaftliches Engagement, etwa bei der Initiative „Rot gegen Rassismus“. Neben der Trophäen-Allee befindet sich auch die legendäre Werbetonne, in die Jürgen Klinsmann einst trat.
Jährlich besuchen rund 200 Schulklassen das Museum. Marken-Direktor Glas betont: „Unser Ziel ist, dass jede Schülerin und jeder Schüler aus München und dem Speckgürtel der Stadt einmal im Bayern-Museum war. Da geht es auch um die Vermittlung von Werten.“ Leufstedt ergänzt zum zweistündigen Programm für Kinder: „Es geht auch darum, die Kinder an das Thema Museum heranzuführen – über den FC Bayern.“



