Vorwahlen für den US-Senat in Alaska: Dan Sullivan darf Dan Sullivan nicht herausfordern
Bei den Midterm-Vorwahlen in Alaska wollte ein Mann antreten, der denselben Namen wie der aktuelle Senator trägt. Der Amtsinhaber witterte Wählertäuschung. Die Wahlbehörde hat den zweiten Dan Sullivan nun ausgeschlossen. 16.06.2026, 20.28 Uhr
Ein Mann, der unter demselben Namen und mit derselben Parteizugehörigkeit wie der Amtsinhaber zur Vorwahl in Alaska für den US-Senat antreten will, ist von der Wahlbehörde des US-Staats nicht als Kandidat anerkannt worden. Die Leiterin der Behörde, Carol Beecher, veröffentlichte am Montag einen Brief, in dem sie erklärte, dass die Bewerbung von Herausforderer Dan Sullivan ihrer Ansicht nach „nicht eingereicht wurde, um eine tatsächliche, ernsthafte Kandidatur für das Amt des US-Senators zu erklären.“ Vielmehr wolle Sullivan antreten mit der Absicht, Verwirrung zu stiften „und dadurch die Fairness oder Neutralität der Wahl zu beeinträchtigen.“ Der von der Wahl Ausgeschlossene hat nun noch die Möglichkeit, gegen die Entscheidung Berufung einzulegen.
Hintergrund des Falles sind Manipulationsvorwürfe durch Senator Daniel Scott Sullivan, genannt Dan Sullivan. Senator Sullivan hatte diese erhoben, nachdem er von der beabsichtigten Kandidatur eines Mannes namens Daniel James Sullivan Jr. erfahren hatte. Dieser wollte auf dem Stimmzettel als „Dan J. Sullivan, Republikaner“ erscheinen. Dadurch wäre er allein durch den Buchstaben „J“ vom Amtsinhaber zu unterscheiden gewesen.
„Er versucht ganz bewusst, meine Wähler zu täuschen“, hatte Senator Sullivan seine Manipulationsvorwürfe begründet. Nach Ansicht von Kritikern der Kandidatur ging es darum, die Wahl zugunsten der Demokratin Mary Peltola zu beeinflussen. Wähler könnten irrtümlich für den anderen Dan Sullivan stimmen – und den Amtsinhaber wertvolle Stimmen kosten. Sowohl Herausforderer Sullivan als auch Peltolas Wahlkampfteam wiesen diese Anschuldigung zurück. Bereits in der vergangenen Woche war eine Untersuchung gegen Daniel James Sullivan Jr. eingeleitet worden. In einer eidesstattlichen Erklärung sollte dieser unter anderem Angaben darüber machen, ob er schon vor seiner Kandidatur Nähe zur republikanischen Partei gehabt habe oder ob er je direkt oder indirekt mit den Demokraten agiert habe.
In ihrem Schreiben zum Ausschluss erwähnt die Wahlleiterin allerdings keine Hinweise auf eine angebliche Absprache mit Peltola oder Funktionären der Demokratischen Partei. Es gebe jedoch Details, die ihrer Ansicht nach zu dem Schluss geführt haben, dass der Herausforderer nicht wählbar ist. Dazu gehöre, dass Daniel James Sullivan Jr. erst im Zuge seiner Kandidatur die Parteizugehörigkeit der Republikaner angenommen habe. Sie wies außerdem auf Ähnlichkeiten zwischen seiner Wahlkampfwebsite und der des Senators hin. Daniel James Sullivan Jr. reagierte auf eine Bitte der Nachrichtenagentur AP um eine Stellungnahme zunächst nicht. Das Team des Amtsinhabers zeigte sich auf eine Anfrage der BBC erfreut, dass das Recht der Menschen in Alaska auf freie und faire Wahlen „ohne Scheinkandidaten“ gewahrt werde.



