In einer vertraulichen, anonymen Umfrage unter den Führungskräften von Volkswagen zeichnet sich ein düsteres Bild ab. Wie das „Manager Magazin“ exklusiv berichtet, sind sowohl Vorstandsmitglieder als auch Aufsichtsräte des Wolfsburger Autobauers befragt worden. Die Ergebnisse sind alarmierend: Die Mehrheit der Top-Manager sieht den Konzern in seiner Existenz bedroht.
Sechs von neun Vorständen bewerten Lage als existenzgefährdend
Laut dem Bericht des Magazins herrscht unter den Führungskräften große Einigkeit darüber, dass sich Volkswagen in einer extrem kritischen Situation befindet. Sechs der neun befragten Vorstände stuften das Unternehmen als existenzgefährdet ein. Weitere drei bezeichneten die Lage als angespannt. Die Option „unkritisch“ wurde von niemandem gewählt. Die Umfrage zeigt damit eine beispiellose Krisenstimmung an der Konzernspitze.
Alle neun Vorstände plädierten dem Vernehmen nach anonym für einen radikalen Strategiewechsel. Besonders kritisch bewerteten sie die aktuelle Strategie in den wichtigen Märkten China und Nordamerika. Der Druck auf Europas größten Autobauer wächst dort stetig: In China machen lokale Hersteller zunehmend Konkurrenz, während in den USA schwache Auslieferungen und Zölle das Geschäft belasten.
Gewinnrückgang setzt sich fort
Die schlechten Nachrichten kommen zu ohnehin schwierigen Zeiten. Volkswagen ist mit einem erneuten Gewinnrückgang ins Jahr 2026 gestartet. Im ersten Quartal ging das Konzernergebnis nach Steuern im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 28,4 Prozent auf 1,56 Milliarden Euro zurück. Bereits im ersten Quartal 2025 hatte der Gewinn mit 2,19 Milliarden Euro um 41 Prozent unter dem Vorjahreswert gelegen. Der Abwärtstrend beschleunigt sich somit.
Die Umfrageergebnisse unterstreichen den dringenden Handlungsbedarf bei Volkswagen. Die Führungsebene scheint sich einig, dass grundlegende Veränderungen notwendig sind, um die Zukunft des Konzerns zu sichern. Ob und welche Maßnahmen nun ergriffen werden, bleibt abzuwarten.



