Nur noch zwei Wochen vor dem Start der 2. Bundesliga hat Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz (60) Alarm geschlagen. Nach einer durchwachsenen Vorbereitung mit drei enttäuschenden Testspielen sieht der Kult-Coach dringenden Handlungsbedarf.
Schwache Testspiele: 2:4 gegen Mlada Boleslav
Im letzten Test gegen den tschechischen Erstligisten Mlada Boleslav kassierte Cottbus eine 2:4-Pleite. Zuvor gab es gegen die Regionalligisten Altglienicke (1:1) und Hertha BSC II (1:3) ebenfalls nicht die gewünschten Ergebnisse. Wollitz zeigte sich besorgt: „Ich habe gerade das Gefühl, dass im Moment jeder für sich spielt, nicht so als Mannschaft. Kann sein, dass der eine dann ein bisschen zufrieden ist, aufgrund des Aufstiegs, und der andere mental im Moment ein wenig müde ist.“
Kopfproblem nach Aufstiegseuphorie
Der Trainer sieht vor allem ein mentales Problem: „Erst kam der Erfolg vergangene Saison, dann die Feierlichkeiten, dann der Urlaub. Jetzt haben wir Schwierigkeiten, diesen Rhythmus und die Struktur wiederzufinden. Es geht nicht nur um die neuen Spieler, sondern auch um die Leistungsträger. Wir sind noch nicht da, wo wir hinwollen.“
Wollitz nimmt Stars in die Pflicht
Nach dem Aufstieg muss Wollitz zahlreiche Neuzugänge integrieren und die Mannschaft an die höheren Anforderungen der 2. Liga heranführen. Die Leistungsträger der Vorsaison suchen noch ihren Rhythmus. Hinzu kommen personelle Sorgen: Kapitän Axel Borgmann (32) arbeitet nach einer Schambeinentzündung weiter an seinem Comeback, auch Tolcay Cigerci (31) ist noch angeschlagen.
Wollitz betont: „Wenn unsere Ankerspieler, unsere Leistungsträger – ob King Manu, Michelbrink, Pelivan oder Engelhardt – nicht voll da sind, merkt man, wie schwierig es ist, das Ganze in Gang zu bringen. Cigerci und Borgmann haben noch gar nicht mittrainiert. Man glaubt, wir hätten die vergangene Saison stark beendet und könnten deshalb auch stark anfangen. Wenn das so einfach wäre, wäre ich mit dem letzten Spiel nicht so unzufrieden gewesen.“
Gelassenheit trotz Kritik
Trotz der deutlichen Worte bleibt Wollitz gelassen: „Wir werden noch ein paar Spiele brauchen. Wichtig ist zu erkennen, dass wir da was zu verändern haben und was verändern werden, und die Spieler werden wir auf diese Reise mitnehmen.“ Energie Cottbus will sich bis zum Saisonstart steigern und die Weichen für eine erfolgreiche Zweitliga-Saison stellen.



