Hubertus Hess-Grunewald hat überraschend seine erneute Kandidatur als Präsident von Werder Bremen infrage gestellt. In einem Interview mit der „Deichstube“ erklärte der 65-Jährige, dass er zwar grundsätzlich zur Verfügung stehe, aber noch keine endgültige Entscheidung gefallen sei. Zuvor waren Beobachter davon ausgegangen, dass der seit 2014 amtierende Vereinsboss ohne Gegenkandidaten wiedergewählt würde.
Hess-Grunewald fordert Klärung der Vereinsstrategie
„Es gibt bei mir eine Bereitschaft, für das Amt anzutreten, aber noch keine Gewissheit“, sagte Hess-Grunewald. Er wolle zunächst Gespräche mit den Gremien führen, um zu klären, in welche Richtung sich der Verein entwickeln solle – sowohl in seiner Rolle als eingetragener Verein als auch als Mehrheitsgesellschafter der Kapitalgesellschaft. Sollten diese Gespräche nicht erfolgreich verlaufen, würde er nicht erneut zur Wahl antreten. „Wenn wir miteinander zu dem Ergebnis kommen sollten, dass die Einschätzungen nicht deckungsgleich sind, dann muss man diese Konsequenz ziehen“, so der gelernte Rechtsanwalt.
Hess-Grunewald ist seit 1970 Mitglied bei Werder Bremen und bekleidete vor seiner Wahl zum Präsidenten verschiedene Ämter. Seit 2014 führt er den Verein, zuvor war er bereits zwölf Jahre Vizepräsident. Insgesamt engagiert er sich seit 24 Jahren in der Führungsspitze. „Nach einem solchen Zeitraum könnte ich gut damit leben, wenn meine Verantwortung im November 2026 endet oder eine folgende, letzte Amtsperiode vorzeitig zu Ende ginge“, erklärte er.
Szenarien für die Wahl am 15. November
Die jährliche Mitgliederversammlung findet am 15. November statt. Sollte Hess-Grunewald doch antreten und gewinnen, plant er, während seiner Amtszeit auszuscheiden und einen Nachfolger vorzuschlagen. Damit würde er eine geordnete Übergabe ermöglichen.
Als Top-Kandidat für seine Nachfolge gilt Philipp Mehrtens (47), der stellvertretende Leiter der Leichtathletik-Abteilung. Der Hobby-Bergsteiger saß bereits 2023 kurzzeitig im Aufsichtsrat von Werder Bremen. Sollte Hess-Grunewald wiedergewählt werden, könnte Mehrtens spätestens 2028 zum neuen Präsidenten ernannt werden.
Entscheidende Wochen für die Zukunft des Vereins
Die kommenden Gespräche zwischen Hess-Grunewald und den Gremien werden richtungsweisend sein für die Zukunft von Werder Bremen. Sollte der Präsident tatsächlich nicht mehr antreten, stünde der Verein vor einer unerwarteten Führungsvakanz. Die Mitglieder blicken gespannt auf die Entwicklungen bis zur Versammlung im November.



