Nach dem 1:0-Testspielsieg in Mannheim macht Eintracht Frankfurts Trainer Adi Hütter (56) ernst in der Kaderplanung. Der Österreicher kündigte an, dass in dieser Woche Personalentscheidungen fallen sollen. Der Kader sei ihm schlicht zu groß, um vernünftig arbeiten zu können. Nach Informationen der BILD stehen vor allem sieben Profis auf der Streichliste des Coachs.
Der Testspielerfolg gegen Waldhof Mannheim am vergangenen Wochenende war für Hütter nur ein erster Zwischenstand. Entscheidend sind für ihn die kommenden Tage, in denen Klarheit im Kader herrschen soll. Wer künftig zu den Perspektivspielern zählt und wer den Verein verlassen darf, soll möglichst schnell kommuniziert werden.
Hütter forciert die Kaderverkleinerung
Frankfurts Trainer arbeitet seit Wochen an einer Reduzierung des Aufgebots. Zu viele Spieler, zu wenig Einsatzzeiten – das Risiko von Unruhe im Team wächst mit jedem verpassten Wechsel. Hütter will offenbar keine Kompromisse mehr eingehen und setzt auf klare Ansagen. Die Streichliste umfasst laut BILD-Informationen sieben Profis, die sich im Training empfehlen oder auf ein Angebot warten können.
Der Verein steht vor der Aufgabe, die Abgänge sportlich und wirtschaftlich zu gestalten. Einige Kandidaten haben noch laufende Verträge, andere könnten eine Ablöse bringen. Die sportliche Leitung arbeitet daher eng mit Hütter zusammen, um die Personalien zeitnah über die Bühne zu bringen.
Die Streichliste: Namen bleiben vorerst unter Verschluss
Welche sieben Spieler konkret betroffen sind, wollte die BILD nicht kostenlos verraten – die Namen sind Teil des BILDplus-Angebots. Sicher ist nur: Hütter hat seine Liste erstellt und wird sie in den kommenden Tagen abarbeiten. Dass es Überraschungen geben könnte, ist nicht ausgeschlossen, denn auch vermeintliche Leistungsträger sind nicht automatisch gesetzt.
Einige der Streichkandidaten konnten in der Vorbereitung nicht vollends überzeugen. Andere gelten als Wackelkandidaten, weil sie schlicht zu wenig Perspektive besitzen oder keine Rolle im neuen System spielen. Hütter hatte bereits mehrfach betont, dass er nur mit Spielern plant, die hundertprozentig bereit sind, den Konkurrenzkampf anzunehmen.
Welche Kriterien für Hütter zählen
Für den 56-Jährigen zählen in erster Linie Leistung, Einstellung und Flexibilität. Spieler, die auf mehreren Positionen einsetzbar sind, besitzen bessere Karten. Wer ständig verletzt fehlt oder den Anforderungen im intensiven Pressing nicht gerecht wird, hat es schwer. Auch die wirtschaftliche Vernunft spielt eine Rolle: Gehaltskosten und mögliche Transfererlöse werden in die Entscheidung mit einbezogen.
Die Streichliste ist kein Strafgericht, sondern eine sportliche Notwendigkeit, betonten Clubvertreter hinter vorgehaltener Hand. Im modernen Fußball zählt ein schlanker, eingespielter Kader mehr als eine breite, unzufriedene Personaldecke. Frankfurt will sich daher von Spielern trennen, die das Gefühl haben, zu wenig Einsatzzeit zu erhalten oder sich nicht weiterentwickeln zu können.
So geht es für Eintracht Frankfurt weiter
In den nächsten Tagen dürfte sich einiges tun. Mündliche Zusagen, Medizintests und Vertragsunterschriften stehen bevor. Die Verantwortlichen zeigen sich zuversichtlich, dass einzelne Abgänge noch in dieser Woche fixiert werden können. Ob Leihgeschäfte oder dauerhafte Transfers – der Markt reagiert erfahrungsgemäß schnell, sobald ein Verein klare Signale sendet.
Für Hütter ist der Fall eindeutig: Wer bleiben darf, muss sich der Konkurrenz stellen. Wer gehen soll, kann sich anbieten oder einen neuen Verein suchen. In Zeiten von Transferfristen und Vorbereitungsplanungen hilft nur ein klarer Schnitt. Die kommenden Tage werden also richtungsweisend für die Saison der Eintracht.
Schon jetzt ist klar: Die Personalentscheidungen werden den Weg für den restlichen Sommer bestimmen. Trainer und Management wollen mit demselben Ziel arbeiten: einen konkurrenzfähigen Kader zusammenzustellen, der in der Bundesliga und im Pokal bestehen kann.



