Nach dem peinlichen WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft im Sechzehntelfinale gegen Paraguay (4:5 n.E.) hat Weltmeister Mats Hummels (37) deutliche Worte gefunden und personelle Konsequenzen gefordert – nicht nur auf Spielerseite. Der ehemalige Abwehrchef äußerte sich bei MagentaTV und erhielt prompt Rückendeckung von Jürgen Klopp (59), der seinem Ex-Schützling beim BVB zustimmte.
Hummels: „Auf der verantwortlichen Seite schreit es nach Konsequenzen“
„Auf der verantwortlichen Seite schreit es schon irgendwie nach Konsequenzen. Das kann ich nicht anders sagen“, so Hummels bei MagentaTV. Er bezog sich dabei auf die jüngsten Turnierleistungen der DFB-Elf: „Wir hatten jetzt die Heim-EM, Heim-Nations-League und das Turnier hier. Die Heim-EM wird mir im Nachhinein sportlich, von den Leistungen her immer noch zu gut geredet.“
Hintergrund: Bei der EM 2024 war Deutschland im Viertelfinale am späteren Europameister Spanien gescheitert (1:2 n.V.) – inklusive eines umstrittenen Elfmeter-Skandals (Handspiel von Cucurella). Für Hummels waren aber auch die anschließenden Auftritte der DFB-Elf enttäuschend: „Die beiden anderen Turniere waren jeweils enttäuschend. Deswegen muss das ein Thema sein. Sowohl vom Bundestrainer selbst aus, als auch vom Verband. Zumindest muss es Gespräche darüber geben, das kann nicht anders sein. Dafür ist Fußball zu sehr Leistungssport.“
Hummels erwartet Rücktritte von DFB-Stars
Der 37-Jährige glaubt, dass nach dem nächsten enttäuschenden Turnier einige Nationalspieler von sich aus zurücktreten werden: „Auf Spielerseite kann ich mir schon vorstellen, dass einige von sich aus zurücktreten werden. Und dann muss man vielleicht auch an Entscheidungen ran, die Spieler betreffen, die jetzt vielleicht erst Anfang 30 sind, aber schon bei vier, fünf, sechs Turnieren die Chance verpasst haben, für Deutschland ein gutes Turnier zu spielen oder gute Ergebnisse zu erzielen.“
Hummels begründet seine Forderung mit einer langen Durststrecke: „Weil es für mich kein Zufall ist, dass eben seit der EM 2016 kein einziges starkes Turnier mehr von Deutschland dabei ist.“ Die Verantwortung sieht er vor allem bei den Spielern: „Das fängt in erster Linie mit den Spielern an, weil wir hatten verschiedene Trainer dazwischen. Und da erwarte ich auch von einigen, dass sie selber sagen, ich mache nicht mehr weiter. Aber ich erwarte auch, dass der aktuelle oder dann eventuell neue Bundestrainer auch ein paar harte Entscheidungen trifft.“
Klopp pflichtet Hummels bei: „Mats hat recht“
MagentaTV-Experte Jürgen Klopp (59) unterstützte die Analyse seines ehemaligen Schützlings: „Mats hat recht und es klingt brutal. Wir reden über ein Jahrzehnt.“ Klopp bezog sich damit auf die Tatsache, dass Deutschland seit der EM 2016 kein überzeugendes Turnier mehr gespielt hat. Die Aussagen von Hummels und Klopp dürften die Diskussionen um die Zukunft des DFB-Teams und von Bundestrainer Julian Nagelsmann weiter anheizen.



