Mikel Oyarzabal ist der Mann der Stunde bei der Fußball-Weltmeisterschaft. Mit fünf Treffern ist der 29-jährige Baske der beste Torschütze der spanischen Nationalmannschaft und führte sein Team ins Finale. Doch anders als viele seiner Kollegen sucht Oyarzabal nicht das Rampenlicht. Er bleibt seinem Heimatklub Real Sociedad San Sebastián treu, obwohl Topklubs wie der FC Barcelona um ihn buhlen.
Oyarzabal sagt Barcelona ab: Die Heimat zählt mehr als Geld
Seit Jahren ranken sich Gerüchte um einen Wechsel von Mikel Oyarzabal zu einem der großen europäischen Klubs. Zuletzt wurde der Stürmer als möglicher Nachfolger von Robert Lewandowski beim FC Barcelona gehandelt. Doch der Baske hat klare Prioritäten: „Meine Familie wohnt zehn Minuten entfernt, meine Schwiegereltern, meine Freunde. Mein Umfeld und ich haben hier genau das Leben, das wir uns wünschen“, sagte Oyarzabal der Sportzeitung „Marca“. Real Sociedad sei sein Zuhause.
In San Sebastián verdient Oyarzabal als Spitzenverdiener rund sechs Millionen Euro brutto pro Jahr – in anderen Klubs könnte er ein Vielfaches bekommen. Doch Geld allein ist für ihn nicht ausschlaggebend. Die Verbundenheit zu seiner baskischen Heimat und seiner Familie wiegt schwerer.
Beeindruckende Torquote in der Nationalmannschaft
Oyarzabals Erfolg basiert auf harter Arbeit und außergewöhnlicher Torgefährlichkeit. Seit seinem Siegtreffer im EM-Finale 2024 gegen England hat er in 24 Länderspielen 19 Tore erzielt und sieben weitere vorbereitet. Bei dieser WM traf er fünfmal und stellte damit den spanischen Rekord von Emilio Butragueño (1986) und David Villa (2010) ein. Ein Tor im Endspiel am Sonntag (21 Uhr, ZDF und Magenta) würde ihn alleiniger Rekordhalter machen. „Wenn ich damit der Mannschaft helfen kann, wäre ich unglaublich glücklich. Wenn nicht, dann sind Tore nicht viel wert“, sagte Oyarzabal bescheiden.
Der Anti-Star: Bodenständigkeit und Studium neben der Profikarriere
Oyarzabal meidet den Rummel des Profifußballs. In seiner Freizeit sucht er Ruhe in der Natur und den Bergen. „Die Prioritäten meines Lebens sind mein Sohn, meine Frau, meine Familie, meine Freunde – und dann kommt Fußball“, verriet er „El País“. Seine Familie begleitet ihn auch bei der WM: Nach seinem ersten Tor deutete er mit dem Ball unter dem Trikot die Schwangerschaft seiner Frau Ainhoa Larrauri an, später formte er mit den Fingern ein M für seinen Sohn Martín.
Bereits als Kind lernte Oyarzabal von seinen Eltern, dass Talent ohne Arbeit nichts wert ist. Er praktizierte Pelota, Schwimmen und Judo, während seine Mutter darauf achtete, dass die Schule nicht unter dem Fußball litt. Bis heute hat der Stürmer keinen Berater; er kümmert sich gemeinsam mit seinen Eltern um seine Karriere. 2019 schloss er ein vierjähriges BWL-Studium ab, während er bereits Profi und Nationalspieler war. Die Universität Deusto zeichnete ihn 2021 für seinen Einsatz für Bildung im Leistungssport aus.
Ausblick: WM-Titel als Krönung einer besonderen Karriere
Oyarzabal ist der lebende Beweis, dass Bodenständigkeit und Erfolg sich nicht ausschließen. Während andere Stars den großen Klubs hinterherjagen, bleibt er seinem Heimatverein treu und stellt die Familie über alles. Ein WM-Titel am Sonntag wäre die Krönung einer Karriere, die von Beständigkeit und Bescheidenheit geprägt ist.



