Der Fenway Park in Boston, das älteste Stadion der Major League Baseball, war am Sonntagabend fest in deutscher Hand. Beim traditionsreichen Duell zwischen den Boston Red Sox und den New York Yankees sorgten rund 900 deutsche Fußballfans für eine außergewöhnliche Stimmung. Die Red Sox hatten die Anhänger des DFB am Tag vor dem Sechzehntelfinale gegen Paraguay eingeladen – mit zehn Dollar Rabatt auf die Tickets und einem kostenlosen Red-Sox-Deutschland-Shirt.
Deutsche 80er-Hits im Baseball-Tempel
Direkt nach der amerikanischen Nationalhymne erklang von Nena „99 Luftballons“. Der Organist spielte im dritten Inning zur Freude der deutschen Fans „Völlig losgelöst“, den Torjingle der Nationalmannschaft. Im achten Inning folgte der Ballermann-Hit „Der Zug hat keine Bremse“. Der Stadion-DJ griff tief in die Kiste deutscher Musik, und die Stimmung war ausgelassen.
DFB-Präsident wirft ersten Ball
DFB-Präsident Bernd Neuendorf hatte die Ehre, den zeremoniellen ersten Wurf vor dem Spiel auszuführen – vergleichbar mit einem deutschen Klassiker, bei dem Donald Trump den Anstoß übernimmt. Im vierten Inning gab es „Deutschland-Rufe“, und eine schwarz-rot-goldene Fahne wehte unter der Anzeigetafel. Die amerikanischen Gastgeber feierten den deutschen Spirit und blendeten die Deutschland-Fankurve immer wieder unter Applaus des Stadions ein.
Heiratsantrag gnadenlos ausgepfiffen
Nicht alle Gäste wurden so herzlich willkommen geheißen: Als Michael im fünften Inning seiner Kelly via Stadion-Einblendung einen Heiratsantrag machte, wurden er und seine Zukünftige (sie sagte Ja) gnadenlos ausgepfiffen. Grund: Er trug ein Yankees-Jersey statt des Red-Sox-Deutschland-Shirts. Die Red Sox gewannen das Spiel schließlich im zehnten Inning – passend dazu erklang vor dem entscheidenden Schlag der deutsche Torjingle „A Better Day“ von Kraftklub.



