Hoeneß: UEFA-Boykott lässt Infantinos Milliardenplan platzen
Hoeneß: UEFA-Boykott stoppt Infantinos Milliardenplan

Uli Hoeneß, Ehrenpräsident des FC Bayern München, hat sich deutlich zum angedrohten Boykott der UEFA gegen künftige FIFA-Turniere geäußert. Am Rande des Testspiels seiner Mannschaft gegen den FC Rottach-Egern (15:0) am Tegernsee machte er klar: Ohne die Europäer habe ein Wettbewerb keine Zukunft. „Einen Wettbewerb ohne Europäer kannst du in die Tonne treten“, sagte Hoeneß und betonte die starke Verhandlungsposition der Europäischen Fußball-Union.

Die europäische Einheit als Schlüssel

Hoeneß verwies auf die Bedeutung der Einigkeit unter den europäischen Verbänden. „Ich persönlich glaube, dass die Europäer noch gar nicht wissen, wie stark sie eigentlich sind“, erklärte der 74-Jährige. Er zeigte sich überzeugt, dass FIFA-Präsident Gianni Infantino mit seinem umstrittenen Investoren-Projekt nicht durchkommen werde, wenn die Europäer geschlossen auftreten. „Wenn die Europäer wirklich einig sind, wenn sie konsequent daran arbeiten, dann wird Herr Infantino mit diesem Plan nicht durchkommen.“

Der Hintergrund: Investoren-Deal und UEFA-Ultimatum

Hintergrund der Aussagen ist der Plan von FIFA-Präsident Infantino, Anteile an künftigen Weltmeisterschaften an private Investoren zu verkaufen. Die UEFA hatte daraufhin einen Boykott aller FIFA-Turniere beschlossen, falls das Vorhaben umgesetzt werde. Alle 55 UEFA-Nationalverbände unterstützten diesen Schritt. Laut Medienberichten setzte Infantino den Mitgliedsverbänden eine Zustimmungsfrist bis zum 19. September. Die Verbände sollen mit hohen Summen und der Aussicht auf eine nochmals erweiterte WM geködert werden. Eine einfache Mehrheit soll für die Umsetzung ausreichen. Der Boykott der UEFA könnte Infantinos Pläne massiv ins Wanken bringen.

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Historische Parallele: Die G-14 als Vorbild

Hoeneß zog einen historischen Vergleich: „Wir hatten es mit der G-14 damals im Klubbereich auch geschafft, die UEFA an den Tisch zu bringen, viel mehr Geld rauszuholen, viel mehr Akzeptanz rauszuholen für die großen Vereine.“ Die G-14 war ein Zusammenschluss europäischer Spitzenvereine, der 1998 gegründet wurde und die Interessen der Vereine gegenüber UEFA und FIFA vertrat. „Und so etwas Ähnliches stelle ich mir jetzt auch vor. Dass die Verbände und die Länder, die in der Welt wichtig sind, und das sind für mich in erster Linie die Europäer, dass die sich einig sind. Und wenn die sich einig sind, dann wird das nicht kommen“, so Hoeneß.

Hoeneß' persönliche Meinung zu Infantino

Auf die Frage nach seiner Haltung zu FIFA-Präsident Gianni Infantino wollte Hoeneß keine detaillierte Antwort geben. „Ich habe ja eine spezielle, sehr starke Meinung. Aber es ist mir zu früh, die bekanntzugeben“, sagte der Bayern-Patron. Auf Nachfrage bestätigte er jedoch, dass seine Meinung „auf jeden Fall“ gegen Infantino sei. Die Diskussion um den Investoren-Deal und den möglichen Boykott wird die Fußballwelt in den kommenden Wochen weiter beschäftigen.

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