Olympia-Aus: Deutsche Eishockey-Abwehr versagt im Viertelfinale gegen Slowakei
Eishockey-Aus: Abwehrdebakel gegen Slowakei bei Olympia

Historische Chance vertan: Deutsche Eishockey-Auswahl scheitert im Olympia-Viertelfinale

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat bei den Olympischen Winterspielen in Mailand eine historische Gelegenheit leichtfertig verspielt. Im Viertelfinale gegen die Slowakei erlebte das Team von Bundestrainer Harold Kreis ein schmerzhaftes Debakel mit einer 2:6-Niederlage. Trotz der besten personellen Ausstattung in der Geschichte des Deutschen Eishockey-Bundes zeigte sich insbesondere die Abwehr nicht olympiareif.

Katastrophale Abwehrfehler besiegeln das Aus

Nach einem vielversprechenden Start offenbarten sich schnell die Defizite der deutschen Mannschaft. Die Slowaken, die im Vergleich zu Deutschland über deutlich weniger NHL-Stars verfügen, agierten offensiv wesentlich effektiver und nutzten deutsche Fehler konsequent aus. Besonders das Berliner Abwehrduo Kai Wissmann und Jonas Müller hatte einen rabenschwarzen Tag und leistete sich mehrere schwere Patzer, die in Gegentore mündeten.

Bundestrainer Kreis hatte Wissmann trotz monatelanger Verletzungspause und nur vier DEL-Einsätzen vor Olympia den Kaderplatz freigehalten. Diese Entscheidung rächte sich, als der Eisbären-Kapitän bereits im ersten Drittel einen schweren Fehler beging, der zur Führung der Slowakei durch Pavol Regenda führte.

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Mitteldrittel wird zum Albtraum

Im zweiten Abschnitt artete das Spiel für die deutsche Mannschaft fast zur Peinlichkeit aus. Innerhalb von nur 33 Sekunden kassierte das Team zwei weitere Treffer durch Milos Kelemen und Oliver Okuliar, nachdem zunächst Lukas Kälble von den Adler Mannheim ausgerutscht war und anschließend Müller eine falsche Entscheidung traf. Zur gleichen Zeit blieb der deutsche Angriff zu umständlich und suchte allzu oft nur die NHL-Stars Leon Draisaitl und Tim Stützle.

Als Draisaitl schließlich Lukas Reichel zum ersten deutschen Treffer in der 35. Minute auflegte, hatte die Slowakei durch Dalibor Dvorsky bereits zum vierten Mal getroffen. Die Hoffnungen auf eine Aufholjagd wurden im Schlussdrittel nach nur einer Minute endgültig begraben, als Regenda mit seinem zweiten Treffer für die 1:5-Führung sorgte.

NHL-Stars können Defizite nicht ausgleichen

Vor dem als ausgeglichen eingeschätzten Duell hatte die deutsche Mannschaft mit sieben NHL-Profis, darunter absolute Weltklassespieler wie Draisaitl, Stützle und Moritz Seider, auf die historische Medaillenchance hingewiesen. Star-Verteidiger Seider von den Detroit Red Wings hatte vor dem Spiel betont: „Das Halbfinale ist zum Greifen nah. Jetzt liegt es an uns, das Ganze zu reißen.“

Doch trotz der individuellen Klasse einzelner Spieler konnte das Team die kollektiven Schwächen nicht kompensieren. Nur Seider zeigte sich auf dem absoluten Top-Niveau, während insbesondere die DEL-Verteidiger mit dem Tempo und der Intensität des olympischen Turniers überfordert waren.

Turnierverlauf mit verpassten Chancen

Bereits in der Vorrunde hatte die deutsche Auswahl mit nur einem Sieg gegen Dänemark und Niederlagen gegen Lettland und die USA enttäuscht. Dennoch schien der Turnierbaum mit Gegnern wie Frankreich und der Slowakei den vermeintlich leichtesten Weg ins Halbfinale zu ebnen. Nach einem überzeugenden 5:1 gegen die überforderten Franzosen schien die Mannschaft 24 Stunden später zunächst gut ins Spiel gestartet zu sein, bevor sich die strukturellen Probleme offenbarten.

Frederik Tiffels erzielte in der 50. Minute zwar noch den zweiten deutschen Treffer, doch dieser kam zu spät. Als Kreis Torhüter Philipp Grubauer für einen zusätzlichen Angreifer vom Eis nahm, fiel sogleich das 2:6 durch Tomas Tatar. Am Aschermittwoch war damit auch für das deutsche Team Katerstimmung angesagt – die Medaillenträume waren geplatzt, bevor sie wirklich Gestalt annehmen konnten.

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