Dramatisches Olympia-Aus: Finnland stoppt Schweiz im Eishockey-Viertelfinale
Die Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft hat beim olympischen Turnier den historischen Einzug ins Halbfinale nur um wenige Sekunden verpasst. In einem atemberaubenden Viertelfinale stürzte Finnland die Eidgenossen mit einem dramatischen Comeback ins Tal der Tränen.
72 Sekunden fehlten zum großen Coup
Dem Vize-Weltmeister aus der Schweiz ging im entscheidenden Duell gegen Finnland in der Endphase die Kraft aus. Beim 2:3 nach Verlängerung verspielten die Schweizer eine komfortable 2:0-Führung in den letzten Spielminuten. Besonders bitter für das Team von Trainer Patrick Fischer: Der Schweizer NHL-Star Jonas Siegenthaler von den New Jersey Devils lenkte den Puck nur 72 Sekunden vor dem regulären Spielende unglücklich ins eigene Netz ab.
Dieser Eigentreffer wurde dem finnischen Verteidiger Miro Heiskanen gutgeschrieben und leitete die Wende ein. In der anschließenden Overtime machte dann Artturi Lehkonen von den Colorado Avalanche das Weiterkommen des amtierenden Olympiasiegers perfekt. Die Schweizer Spieler versanken nach dem finalen Pfiff in Tränen, während die finnische Mannschaft ihren Sieg feierte.
Presse leidet mit enttäuschter Schweiz
Die Schweizer Medien reagierten mit großer Anteilnahme auf die dramatische Niederlage. „Bittere Pille für die Schweiz“, schrieb das Boulevardblatt Blick in seiner Online-Ausgabe. Die renommierte Neue Zürcher Zeitung titelte sogar noch emotionaler: „Herzschmerz in Mailand“ – ein deutlicher Hinweis auf den Austragungsort des olympischen Eishockey-Turniers.
Goalie Leonardo Genoni, der die Schweizer mit zahlreichen spektakulären Paraden lange auf Halbfinal-Kurs gehalten hatte, zeigte sich nach dem Spiel untröstlich. „Es tut weh. Es schmerzt echt“, sagte der Torhüter in der Mixed Zone. „Wir wollten gewinnen und haben nicht gewonnen. Das schmerzt genug, da müssen wir uns nicht mit Ausreden trösten.“
Wiederholung der Peking-Enttäuschung
Bereits vor vier Jahren bei den Olympischen Spielen in Peking waren die Schweizer am späteren Goldmedaillengewinner Finnland gescheitert. Damals unterlag das Team allerdings mit 1:5 deutlich chancenlos. Diesmal fehlten tatsächlich nur wenige Sekunden zum großen Erfolg und einem historischen Einzug ins Halbfinale.
Zwar haben die Schweizer im Eishockey schon zweimal olympisches Bronze geholt – 1928 in St. Moritz und 1948 erneut bei heimischen Spielen. Allerdings wurde damals noch in einem komplett anderen Turniermodus gespielt. Ein Halbfinaleinzug unter den aktuellen olympischen Bedingungen wäre für die Schweiz eine absolute Premiere gewesen.
Die Schweizer Mannschaft muss nun die bittere Niederlage verarbeiten, während Finnland als Titelverteidiger weiter im Turnier bleibt und im Halbfinale um den erneuten Einzug ins Finale kämpft. Für die Eidgenossen bleibt die Erkenntnis, dass sie dem amtierenden Olympiasieger über weite Strecken des Spiels ebenbürtig waren und nur minimal das Glück fehlte.



