Ehrliche Analyse nach Olympia-Aus: Eishockey-Sportvorstand benennt klare Defizite
Nach dem bitteren Viertelfinal-Aus der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft bei den Olympischen Winterspielen hat DEB-Sportvorstand Christian Künast eine schonungslose Analyse vorgelegt. Im ZDF-„Morgenmagazin“ erklärte der 54-Jährige, warum die vermeintlich bestbesetzte Auswahl in der Geschichte des Deutschen Eishockey-Bundes gegen die Slowakei mit 2:6 scheiterte und welche Unterschiede zu den weltbesten Nationen bestehen.
„Wir waren nie so richtig ein Team auf dem Eis“
„Es zeigt halt, dass wir dann nicht ganz so weit sind, wie die Erwartungshaltung war. Auch die eigene Erwartungshaltung“, sagte Künast mit deutlichen Worten. „Wir waren ein sehr, sehr gutes Team außerhalb des Eises. Auf dem Eis sind wir es nie so richtig geworden.“ Das mit sieben NHL-Stars angetretene Team um Kapitän Leon Draisaitl präsentierte sich insgesamt zu ineffektiv und konnte das Potenzial nicht in Siege ummünzen.
Der entscheidende Unterschied zu Kanada, USA und Schweden
Auf die Frage, was Deutschland von den Top-Nationen unterscheide, antwortete Künast unverblümt: „Zu den ganz großen Nationen wie Kanada, USA, Schweden fehlt uns auf alle Fälle sehr viel und es ist die Breite.“ Er ergänzte: „Wir haben sehr, sehr gute Spieler, aber wir haben sie nicht in Anzahl wie diese Nationen.“ Diese mangelnde Tiefe im Kader sei ein entscheidender Faktor, der bei Turnieren auf höchstem Niveau deutlich zu Tage trete.
„Es waren Kleinigkeiten, die gefehlt haben“, analysierte der Sportvorstand weiter. „Kleinigkeiten auf diesem Niveau kannst du dir nicht leisten und darum sind wir auch verdient im Viertelfinale ausgeschieden.“ Die fehlende Konsistenz in entscheidenden Momenten des Turniers habe letztlich zum vorzeitigen Aus geführt.
Lehren für die Heim-WM 2027
Bis zur Weltmeisterschaft 2027 im eigenen Land hat die Mannschaft von Bundestrainer Harold Kreis nun viel Arbeit vor sich. Künast betonte, dass das gesamte Team – inklusive des Trainerstabs – seine Lehren aus dem Olympia-Debakel ziehen müsse. „Wir müssen kein Vertrauen schaffen. Wir müssen den Leuten zeigen: Wir können liefern, wenn es erwartet wird und das haben wir dieses Turnier irgendwo nicht getan“, so der DEB-Vertreter.
Die kommenden Jahre bis zur Heim-WM werden entscheidend sein, um die identifizierten Schwachstellen zu adressieren und die notwendige Breite im Kader aufzubauen. Nur so könne Deutschland langfristig mit den weltbesten Eishockey-Nationen mithalten und bei großen Turnieren überzeugen.



