Olympia-Debakel für DEB-Team: Medaillentraum in Mailand geplatzt
Olympia-Debakel: DEB-Team scheitert im Viertelfinale

Olympia-Aus in Mailand: Deutsche Eishockey-Stars scheitern trotz Top-Besetzung

Der Medaillentraum der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft ist in Mailand jäh geplatzt. Im Viertelfinale der Olympischen Spiele unterlag das Team des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) der Slowakei mit einem deutlichen 2:6 (0:1, 1:3, 1:2). Nie zuvor war eine deutsche Auswahl so hochkarätig besetzt gewesen – mit sieben NHL-Profis, darunter Weltklassespieler wie Leon Draisaitl, Tim Stützle und Moritz Seider. Dennoch hatte die Mannschaft gegen die abgeklärten Slowaken, Bronzemedaillengewinner von 2022, nicht den Hauch einer Chance.

Das zweite Drittel als entscheidender Wendepunkt

Was im Vorfeld als Duell auf Augenhöhe angesehen wurde, entwickelte sich vor allem im zweiten Drittel zum Debakel. „Der Start war ganz ok, im zweiten Drittel haben wir zu viele leichte Tore kassiert“, analysierte Moritz Müller nach dem Spiel. Sein Teamkollege Moritz Seider ergänzte: „Nach dem zweiten Gegentreffer haben wir den Faden verloren, dann haben wir es mit der Brechstange versucht und das wird ja nie etwas.“ Parker Tuomie brachte die verhängnisvolle Phase, in der das DEB-Team drei Gegentore kassierte, noch drastischer auf den Punkt: „Das zweite Drittel hat uns getötet.“

Verkorkste Vorrunde und verpasste Chancen

Dabei hatten Fans und Beteiligte nach dem Erreichen des Viertelfinales noch von einer Medaille geträumt. Trotz einer enttäuschenden Vorrunde mit nur einem Sieg gegen Dänemark (3:1) und Niederlagen gegen Lettland (3:4) sowie die USA (1:5) schien der Turnierbaum der DEB-Auswahl einen vermeintlich leichten Weg ins Halbfinale zu ebnen. „Man kann nicht jedes Mal erwarten, dass man um Medaillen mitspielt, aber das war eine machbare Aufgabe“, so Seider. „Hätte man dem Team diesen Gegner im Viertelfinale vor dem Turnier angeboten, alle hätten es wohl dankend angenommen.“

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Altbekannte Probleme und fehlende Teamidentität

Die Gründe für das Scheitern sind den Spielern nur zu vertraut. Der 39-jährige Routinier Müller ging direkt in die Analyse: „Uns ist über das komplette Turnier leider nicht gelungen, unser bestes Spiel aufs Eis zu bringen.“ Nico Sturm kritisierte vor allem die defensive Schwäche: „Das war defensiv in allen Spielen viel zu wenig.“ Arbeit und Struktur gingen dem Team im gesamten Turnierverlauf ab. „Wir sind nicht die Nation, die Spiele 6:5 oder 7:5 gewinnt, sondern die Nation, die ein Spiel 2:1 gewinnt – und das ist uns komplett abhandengekommen“, so Sturm.

Ex-Kapitän Müller brachte ein weiteres Kernproblem auf den Punkt: „Wir haben nie unsere Teamidentität als Mannschaft gefunden. Spielen wir hinten rum und kontrollieren die Scheibe oder spielen wir schnell nach vorne? Es war mal das Eine und mal das Andere.“ Diese Unklarheit führte dazu, dass die Defensive zu anfällig und der Angriff nicht geradlinig genug war.

Reaktionen der Superstars

Während einige Spieler interne Unstimmigkeiten andeuteten, trat Moritz Seider dem Vorwurf eines fehlenden Gruppengefühls entgegen: „Ich weiß, dass wir in der Kabine alles dafür getan haben, um als gewinnende Mannschaft aufzutreten. Jeder hat alles reingeworfen.“ Superstar Leon Draisaitl, der bei der Eröffnungsfeier noch als Fahnenträger glänzte, resümierte nüchtern: „Manchmal finden sich Mannschaften früher, manchmal dauert es einfach länger – und bei uns hat es eben zu lange gedauert.“

Am Ende blieb nur die bittere Erkenntnis einer vertanen Chance. Draisaitls abschließender Satz traf den Nagel auf den Kopf: „Das ist eine verbrauchte Chance, die wir nicht genutzt haben.“ Während die Spieler missmutig die Heimreise antraten, bleibt die Frage, wie eine so talentierte Mannschaft ihr Potenzial nicht abrufen konnte.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration