Irre Aktion: Deutscher joggt 1000 Kilometer zum Monaco GP
Christopher Schröder (l.) mit seinem Idol Nico Hülkenberg in der Boxengasse von Monaco. Foto: Audi F1
Einmal bei der Formel 1 in Monaco – egal wie. Millionen träumen davon. Einer machte sich – sprichwörtlich – auf die Socken. Christopher Schröder (26) lief in 22 Tagen 1010 Kilometer, um einmal dabei zu sein!
Der Fleischermeister aus dem 3000-Einwohner-Dörfchen Doveren traf BILD an der Strecke in Monaco. „Ich bin durch eine körperliche Hölle gegangen. Ohne meinen begleiteten Cousin Jan im Auto hätte ich das nie geschafft“, lacht inzwischen der Sohn der väterlichen Metzgerei.
Die Vorbereitung
Im Januar 2025 wurde die Idee geboren, ein Jahr später begann er mit dem Training. Der Kreisliga-Stürmer meldete sich von der Rückrunde seiner Fußballmannschaft ab, lief 1200 Kilometer in vier Monaten. Ein zu kurzes Training.
„Die ersten drei Tage nach dem Aufbruch nach Monaco waren schmerzlich. 1500 Höhenmeter – das hatte ich total unterschätzt. Am vierten Tag wollte ich aufgeben. Mein Körper sagte Nein, mein Kopf aber Ja.“
Rückschläge und Durchhaltevermögen
Der zweibeinige Formel 1-Renner wollte zu den vierrädrigen. Nach neun Tagen nächster Rückschlag. „Meine Knie schmerzten fürchterlich. Ich bin ja kein Profi, hatte keinen Physio oder Masseur dabei. Also kaufte ich bei Decathlon normale Kniebandagen. Die haben mich gerettet.“
Und weiter ging’s auf der ausgearbeiteten Route von Luxemburg, Dijon, Lyon, Avignon, Cannes, Nizza, Monaco. Er trank sieben bis acht Liter Wasser am Tag, aß drei Bananen, nicht gezählte Energieriegel. Abends gab’s zu Hause eingekochte Bolognese und Lasagne. Oder Pizza.
„Am Tag 13 hatte ich bei 36 Grad einen Sonnenstich, bin am nächsten Tag trotzdem weitergelaufen. Nach 33 Kilometern musste ich stoppen, bin die letzten fünf Kilometer der Tagesroute gegangen. Dann musste ich einen nicht vorhergesehenen Tag Pause einlegen, war aber der einzige“, lacht Christopher die Strapazen weg.
Belohnung und neue Ziele
Auch die 3000 Euro, die ihm und seinem Cousin das Abenteuer gekostet haben, waren es wert. Sie hatten nach der ersten Nacht im Auto sonst immer in privaten Unterkünften von Airbnb übernachtet. „Die Leute waren immer sehr nett, einmal wurden sogar abends meine verschwitzten Sachen gewaschen und zum Trocknen aufgehängt.“ Nico Hülkenbergs Manager wurde über Instagram (chris.schröder99) auf den Läufer aufmerksam, kontaktierte ihn und lud ihn spontan ins Audi-Motorhome ein, um Christopher mit seinem Idol Nico Hülkenberg zusammenzubringen. „Schon allein dafür waren es die ganzen Strapazen wert“, strahlt Schröder.
Acht Kilo hat er in den 22 Tagen verloren, täglich rund 5000 Kalorien verbrannt. Das nächste Ziel hat er auch schon: Last soul ultra. Ein Wettbewerb ab 14. August bei Köln, bei dem jeder 6,7 Kilometer jede Stunde läuft, bis nur noch ein Läufer übrig ist. Verrückt. Wie Christopher Schröder.



