Mehr als eine halbe Million Fans wollen sich das Formel-1-Event in England nicht entgehen lassen. Die Hoffnungen der Briten ruhen auf Lewis Hamilton, George Russell und Lando Norris. Die Veranstalter rechnen mit 565.000 Fans über das gesamte Grand-Prix-Wochenende.
Hamilton ohne seinen Hund Roscoe
Lewis Hamilton, der neunmalige Silverstone-Sieger, wird das Rennen erstmals ohne seinen verstorbenen Hund Roscoe erleben. „Es ist irgendwie verrückt, denn ich erinnere mich, dass er immer die ganze Nacht geschnarcht hat, mitten in der Nacht aufgewacht ist und ich ihn nach draußen bringen musste, damit er vor Valtteris Wohnwagen sein Geschäft verrichten konnte“, erzählte Hamilton amüsiert. „Er ist einfach immer dorthin gegangen. Keine Ahnung, warum.“
Hamilton, der als WM-Dritter im Titelrennen ist, betonte die tiefe Verbindung zu seiner Hausstrecke: „Diese Verbindung besteht schon seit 20 Jahren, sie ist also ziemlich tief. Sie hat sich über einen sehr langen Zeitraum hinweg entwickelt, seit meiner ersten Pole Position 2007. Es ist ein phänomenales Gefühl hierherzukommen.“
Russells Traum vom Traktor
George Russell, auf dem Land in Norfolk aufgewachsen, wagte als Kind nicht einmal von einem Sieg in Silverstone zu träumen. „Als ich ein Kind war, schien mir das einfach zu weit hergeholt“, erzählte der Mercedes-Fahrer. „Ich erinnere mich, dass ich als Kind davon geträumt habe, einen Massey-Ferguson-Traktor zu besitzen. Denn das schien mir in Reichweite.“
Geld genug für einen Traktor hat Russell längst, einen Sieg bei seinem Heimrennen hat er aber noch nicht geschafft. „Ich habe hier jetzt sicher meine beste Chance, aber darüber denke ich nicht wirklich nach. Ich konzentriere mich auf meine Abläufe und darauf, hart mit meinem Team zu arbeiten, weil ich weiß, dass genau das zum Sieg führt und nicht das Träumen davon“, meinte Russell.
Norris will seinen Heimsieg wiederholen
Lando Norris, der im vergangenen Jahr in Silverstone sein erstes Heimrennen gewann, kann etwas entspannter anreisen: „Nach dem letzten Jahr, in dem ich sowohl das Rennen als auch die WM gewonnen habe, kann ich etwas entspannter hierherkommen, ohne das Gefühl zu haben, unter Druck zu stehen. Stattdessen habe ich den Wunsch, mein Heimrennen ein zweites Mal zu gewinnen“, sagte Norris, der in dieser Saison aber nur WM-Fünfter ist.
Nach dem McLaren-Fahrer wurde sogar ein eigener Tribünenabschnitt benannt, der Landostand, der in diesem Jahr aufgrund der hohen Nachfrage noch größer ausfällt. „Das ist etwas Besonderes, weil ich mich noch immer als Kind sehe, das Rennen fahren und das Fahren genießen will, aber gleichzeitig habe ich dieses unglaubliche Extra, nämlich eine Fangemeinde“, sagte Norris.
Britische Hoffnungen auf den Sieg
Neben Hamilton, Russell und Norris zählen auch die Youngster Ollie Bearman (Haas) und Arvid Lindblad (Racing Bulls) zu den britischen Hoffnungsträgern. Allerdings kommt mit Mercedes-Fahrer Kimi Antonelli der WM-Spitzenreiter aus Italien und hat große Chancen, seine Mini-Durststrecke von zwei Rennen ohne Sieg zu beenden.
Die Fans in Silverstone kreischen bereits, die ikonischen Nationalflaggen werden geschwenkt. In der Heimat des britischen Motorsports herrscht Ausnahmezustand, wenn die englischen Formel-1-Idole die Bühne betreten, um vor dem Grand Prix von Großbritannien an diesem Sonntag (16.00 Uhr/Sky) die Stimmung anzuheizen.



