Argentinien-Trainer Scaloni kritisiert FIFA scharf nach 3:2-Sieg
Argentinien-Coach Scaloni kritisiert FIFA scharf

Argentinien hat sich nach einem dramatischen 3:2-Sieg nach Verlängerung gegen Kap Verde für das Achtelfinale der Weltmeisterschaft qualifiziert. Statt uneingeschränkter Freude über das Weiterkommen des amtierenden Weltmeisters überwiegt jedoch bei Trainer Lionel Scaloni (48) der Frust. Grund dafür ist der aus seiner Sicht viel zu enge WM-Spielplan, der den Teams kaum Zeit zur Regeneration lässt.

Nur drei Tage Vorbereitung auf das Achtelfinale

Nach dem kräftezehrenden Erfolg gegen Kap Verde bleiben Argentinien lediglich drei Tage, um sich auf die nächste Runde vorzubereiten. Am Dienstag trifft die Albiceleste im Achtelfinale auf Ägypten (18:00 Uhr, DasErste/MagentaTV). Die ohnehin knappe Vorbereitungszeit wurde zusätzlich durch einen heftigen Sturm in Miami beeinträchtigt, der das für Samstagmorgen geplante Training komplett vereitelte.

Scaloni machte auf der Pressekonferenz nach dem Spiel seinem Ärger Luft: „Was kommt jetzt? Jetzt heißt es ausruhen. Ich weiß nicht, wie die Weltmeisterschaft organisiert wird, aber wir hatten sechs Tage und jetzt nur noch dreieinhalb. Gerade wenn man die Erholung am dringendsten braucht, hat man am wenigsten. Das ist schwer zu verstehen, es hätte schrittweise beginnen sollen. Aber nun ja, so ist es eben.“

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Verletzungssorgen nach dem Abnutzungskampf

Die extrem kurze Pause wiegt umso schwerer, da der intensive Abnutzungskampf von Miami tiefe Spuren im argentinischen Kader hinterlassen hat. Abwehrspieler Facundo Medina (27) musste völlig entkräftet mit schweren Krämpfen ausgewechselt werden. Auch Mittelfeldmotor Enzo Fernández (25) schleppte sich in der Schlussphase nur noch mit krampfender Muskulatur über den Platz. Zu allem Überfluss zog sich Nico González (28) in der Verlängerung eine Knöchelverstauchung zu.

Scaloni versuchte nach dem Spiel, die Sorgenfalten klein zu halten, gab aber die enorme Belastung offen zu: „Enzo hatte am Ende wieder leichte Krämpfe, hat sich aber durchgebissen. Mit Facundo (Medina) sind wir super zufrieden. Er war am Ende einfach platt, weil wir ihn viel im Angriff eingesetzt haben – das ist er als gelernter Innenverteidiger so nicht gewohnt.“

Kritik an der FIFA und dem Spielplan

Die scharfe Kritik des Trainers richtet sich vor allem gegen die FIFA, die den Turnierplan festlegt. Scaloni bemängelt, dass die Regenerationszeiten im Laufe des Turniers nicht schrittweise verlängert, sondern verkürzt werden. Während Argentinien in der Vorrunde noch sechs Tage zwischen zwei Spielen hatte, sind es nun nur noch dreieinhalb Tage. „Das ist kaum zu verstehen“, so Scaloni weiter. Die Belastung für die Spieler sei enorm, besonders wenn Spiele wie gegen Kap Verde bis in die Verlängerung gehen.

Die argentinische Mannschaft muss nun schnell regenerieren, um für das Achtelfinale gegen Ägypten bereit zu sein. Ob die angeschlagenen Spieler rechtzeitig fit werden, bleibt abzuwarten. Scaloni bleibt dennoch zuversichtlich, dass sein Team die Herausforderung meistern wird.

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