Der nordkoreanische Zerstörer „Kang Kon“ hat nach einem peinlichen Stapellauf im vergangenen Jahr nun einen atomwaffenfähigen Marschflugkörper getestet. Die Tests fanden unter Aufsicht von Machthaber Kim Jong Un statt, der die sofortige Indienststellung des Schiffes anordnete.
Details der Tests
Die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA meldete am Sonntag, dass der Zerstörer der 5000-Tonnen-Klasse neben dem Marschflugkörper auch seine Hauptkanone, automatische Geschütze und elektronische Kampfsysteme erprobt habe. Kim Jong Un beobachtete die Tests am Freitag und wies an, das Schiff innerhalb von zwei Monaten in den aktiven Dienst zu stellen.
Stapellauf-Panne im Mai 2025
Der Stapellauf der „Kang Kon“ im Mai 2025 war zu einer Blamage für Nordkorea geworden. Während der Zeremonie im Hafen von Chongjin rutschte ein Transportgestell am Heck ab und blieb stecken. Der Zerstörer kippte vor den Augen Kims um und schlug offenbar leck. Der wutentbrannte Machthaber sprach von Kriminalität, Verantwortungslosigkeit und „unwissenschaftlichen Methoden“. Mindestens vier Personen wurden festgenommen. Das wahre Ausmaß der Schäden ließ sich aufgrund der extremen Geheimhaltung Nordkoreas nicht unabhängig feststellen.
Schwesterschiff und russische Unterstützung
Das Schwesterschiff der „Kang Kon“, die „Choe Hyon“, wurde vergangene Woche mit einer pompösen Zeremonie in Dienst gestellt. Südkoreanische Regierungsvertreter und Experten gehen davon aus, dass beide Schiffe mit russischer Unterstützung gebaut wurden. Sie bezweifeln jedoch, dass die Schiffe tatsächlich einsatzbereit sind.
Ausbau der Seestreitkräfte
Nach der Entwicklung ballistischer Raketen richtet Kim sein Augenmerk zunehmend auf die Seestreitkräfte. Er hat gefordert, in den nächsten fünf Jahren jährlich zwei neue 5000-Tonnen-Kriegsschiffe zu bauen und einen noch größeren 10.000-Tonnen-Zerstörer zu entwickeln. Außerdem forderte er den Bau von Interkontinentalraketen, die von unter Wasser gestartet werden können. Diese Pläne unterstreichen Nordkoreas Ambitionen, seine militärischen Fähigkeiten weiter auszubauen.



