Argentinien hat England im WM-Halbfinale in Atlanta mit 2:1 (0:0) besiegt und steht damit im Finale gegen Spanien. Die Tore für den Titelverteidiger erzielten Enzo Fernández (85. Minute) und Lautaro Martínez (90.+2) jeweils nach Vorlage von Lionel Messi. Für England hatte Anthony Gordon in der 55. Minute getroffen. Die Three Lions müssen sich nun mit dem Spiel um Platz drei gegen Frankreich begnügen.
Dramatisches Finish in Atlanta
In einem intensiven und hitzigen Duell vor 70.000 Zuschauern im Mercedes-Benz Stadium von Atlanta dominierte zunächst die Abwehrarbeit. Beide Teams neutralisierten sich weitgehend, die erste Halbzeit endete torlos. England zeigte sich etwas gefährlicher, blieb aber ohne echte Tormöglichkeit. Die Statistik vermerkte keinen einzigen Schuss aufs Tor in den ersten 45 Minuten, dafür 19 Fouls.
Nach der Pause änderte sich das Bild schlagartig. Julian Álvarez scheiterte an Englands Torhüter Jordan Pickford (47.), ehe Gordon mit dem ersten gelungenen Angriff der Engländer zur Führung traf. Argentinien steigerte sich nun deutlich und drängte auf den Ausgleich. Pickford parierte glänzend gegen den eingewechselten Nicolás González (69.), und Alexis Mac Allister traf per Kopf den Pfosten (76.).
Messi als entscheidender Faktor
Lionel Messi, der von Elliot Anderson eng bewacht wurde, fand zunächst wenig Raum zur Entfaltung. In der Schlussphase zog der 39-Jährige jedoch die Fäden und leitete beide Treffer ein. Zunächst bediente er Enzo Fernández, der aus kurzer Distanz zum 1:1 traf. In der Nachspielzeit legte Messi erneut auf, diesmal für Lautaro Martínez, der zum umjubelten 2:1 einschob.
„Es war ein unglaublicher Kampf. Die Mannschaft hat nie aufgegeben und bis zur letzten Sekunde an den Sieg geglaubt“, sagte Argentiniens Trainer Lionel Scaloni nach dem Spiel. „Jetzt freuen wir uns auf das Finale gegen Spanien, das wird eine weitere große Herausforderung.“
Englands Leidenszeit geht weiter
Für England ist die Niederlage besonders schmerzhaft, wartet das Mutterland des Fußballs doch seit dem WM-Triumph 1966 auf einen Titel. Auch der deutsche Trainer Thomas Tuchel konnte die Durststrecke nicht beenden. „Die Enttäuschung ist riesig. Wir hatten das Spiel im Griff, aber Argentinien hat in der Schlussphase seine ganze Erfahrung ausgespielt“, sagte Tuchel. „Jetzt müssen wir uns für das kleine Finale gegen Frankreich motivieren.“
Das Spiel um Platz drei findet am Samstag in Miami statt. Das Finale zwischen Argentinien und Spanien wird am Sonntag vor den Toren New Yorks ausgetragen.



