Dass Ayoube Amaimouni (21) am Donnerstag (22 Uhr) mit Marokko im WM-Viertelfinale gegen Frankreich steht, hätte vor einem halben Jahr wohl kaum jemand vorhergesagt. Vom Joker bei Eintracht Frankfurt zum WM-Überraschungsmann – der rasante Aufstieg des Flügelspielers ist eines der schönsten Fußball-Märchen des Jahres.
Der unerwartete Held von Marokko
Amaimouni, der in der Bundesliga-Saison 2025/26 nur selten in der Startelf der Eintracht stand, hat sich bei der Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko einen Namen gemacht. Mit seinen Dribblings und Tempoläufen auf dem Flügel wurde er zum entscheidenden Faktor für das marokkanische Team, das erstmals das Viertelfinale erreichte. „Er ist ein Spieler, der immer an sich geglaubt hat, auch als es schwierig war“, sagte Nationaltrainer Walid Regragui über seinen Schützling.
Der Weg an die Spitze
Der 21-Jährige wechselte 2023 von der Akademie des FUS Rabat zu Eintracht Frankfurt. In der vergangenen Saison kam er auf 18 Einsätze in der Bundesliga, davon nur fünf von Beginn an. Dabei erzielte er zwei Tore und bereitete drei weitere vor. Seine starken Leistungen im Training und in Kurzeinsätzen überzeugten jedoch den marokkanischen Verband, ihn für die WM zu nominieren. „Ohne die Geduld und das Vertrauen der Verantwortlichen in Frankfurt wäre dieser Traum nicht möglich gewesen“, so Amaimouni in einem Interview.
Die entscheidende Rolle der Eintracht
Besonders Eintracht-Trainer Dino Toppmöller wird als Wegbereiter genannt. Er baute Amaimouni kontinuierlich auf, ließ ihn in der Rückrunde häufiger spielen und förderte seine Entwicklung. „Er hat mir gezeigt, wie ich meine Stärken noch besser einsetzen kann“, erklärte der Flügelspieler. Der Verein selbst zeigt sich stolz: „Ayoube ist ein Beispiel dafür, dass harte Arbeit und der richtige Förderplan Früchte tragen“, sagte Sportvorstand Markus Krösche.
Das Viertelfinale gegen Frankreich
Am Donnerstag trifft Marokko auf den amtierenden Vizeweltmeister Frankreich. Für Amaimouni ist es das bislang wichtigste Spiel seiner Karriere. „Wir haben nichts zu verlieren, aber alles zu gewinnen“, sagte er vor der Partie. Die Fußballwelt blickt gespannt auf den Jungstar, der vom Joker zum Helden wurde. Sollte Marokko gewinnen, stünde das Team erstmals im WM-Halbfinale – ein weiteres Kapitel in einer bereits jetzt märchenhaften Geschichte.



