Inmitten der anhaltenden Krise um Fifa-Präsident Gianni Infantino (56) hat Ex-Fifa-Chef Joseph Blatter (90) überraschend die norwegische Verbandspräsidentin Lise Klaveness (45) als mögliche Nachfolgerin ins Spiel gebracht. Auf der Plattform X schrieb Blatter: „Lise Klaveness verdient größten Respekt. Sie war die Einzige, die stets klar Stellung bezogen und sich nicht dem Mainstream angeschlossen hat. Und bei der Fifa ist die Zeit reif dafür, dass eine Frau die Führung übernimmt.“ Damit attackiert Blatter erneut Infantino, der zuvor Teile der kommerziellen Fifa-Rechte, darunter Anteile an künftigen Weltmeisterschaften, an private Investoren verkaufen wollte. Dieses Vorhaben stieß weltweit auf Proteste und wurde von Kritikern als „Ausverkauf des Fußballs“ bezeichnet. Nach heftigem Widerstand von Verbänden, Funktionären und Fans musste Infantino die Pläne zurückziehen.
Klaveness: Die unbequemste Stimme im internationalen Fußball
Lise Klaveness gilt seit Jahren als eine der schärfsten Kritikerinnen der Fifa-Führung. Die ehemalige norwegische Nationalspielerin bestritt 73 Länderspiele, stand in einem EM-Finale und arbeitete nach ihrer aktiven Karriere als Juristin. Seit mehr als vier Jahren führt sie den norwegischen Fußballverband, seit 2025 gehört sie dem Exekutivkomitee der Uefa an. International bekannt wurde sie vor allem durch ihre offene Kritik an der Fifa. Bereits 2022 sorgte sie beim Fifa-Kongress in Katar für Aufsehen, als sie die Führung des Weltverbands wegen Menschenrechtsfragen, mangelnder Transparenz und fehlender Reformen öffentlich herausforderte. Ihre Rede machte sie auf einen Schlag zur bekanntesten Kritikerin Infantinos.
Konflikte auch außerhalb der Fifa
Klaveness scheut auch außerhalb der Fifa keine Konflikte. Im vergangenen Jahr kündigte sie an, die Einnahmen des WM-Qualifikationsspiels Norwegen gegen Israel an humanitäre Projekte in Gaza zu spenden. Zuvor hatte sie sich wegen des Vorgehens der israelischen Armee im Gazastreifen sogar für Sanktionen gegen Israel ausgesprochen. Noch hat die 45-Jährige keine Kandidatur angekündigt. Fest steht aber: Bis zum 18. November können Bewerber für die Fifa-Präsidentschaftswahl ihre Kandidatur einreichen. Gewählt wird am 18. März 2027 beim Fifa-Kongress im marokkanischen Rabat.



