CAF offen für Infantinos WM-Privatisierungspläne
CAF offen für Infantinos WM-Privatisierungspläne

Während das Entsetzen vor allem in Europa groß ist, zeigt sich der erste Fußballverband offen für die Investoren-Pläne von Fifa-Boss Gianni Infantino (56). Die Confédération Africaine de Football (CAF) forderte ihre Mitgliedsverbände am Mittwoch auf, den Vorschlag zu prüfen und sich am Beratungsprozess zu beteiligen. CAF-Präsident Patrice Motsepe (64) berief für nächste Woche eine Sitzung des Exekutivkomitees ein.

In einer Mitteilung von Afrikas Fußballverband heißt es: „Die CAF ist entschlossen, den Dialog und die Zusammenarbeit mit ihren Mitgliedsverbänden, der Fifa, anderen Fußballkonföderationen und Interessengruppen fortzusetzen, um die finanziellen und sonstigen Ressourcen für die Entwicklung und das Wachstum des Fußballs in Afrika und weltweit zu stärken.“

CAF als erster großer Verband mit offener Haltung

Mit 54 Mitgliedsverbänden besitzt die CAF einen großen Stimmenblock innerhalb der Fifa. Nach der Kritik aus Europa (Uefa), Nord- und Mittelamerika (CONCACAF) und Asien (AFC) ist sie die erste Konföderation, die sich dem Vorhaben von Infantino offen gegenüber zeigt. Afrikas Verbands-Boss Motsepe schwärmte nach der WM öffentlich vom Fifa-Präsidenten und pries dessen „Schlüsselrolle“ bei der Entwicklung des afrikanischen Fußballs.

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Infantino will die WM privatisieren und einen Teil der kommerziellen Rechte an einen Investor verkaufen. Die Erlöse sollen bei etwas mehr als vier Milliarden US-Dollar (ca. 3,5 Mrd. Euro) liegen. Ein noch zu gründendes Fifa-Tochterunternehmen namens „FIFA Forward Enterprise“ soll alle kommerziellen Rechte und Turnierorganisationen bündeln. 20 bis 30 Prozent könnten Investoren kaufen. Einen Mehrheitsanteil von über 50 Prozent würde die Fifa behalten, und rund 20 Prozent sollen an die 211 Mitgliedsverbände verteilt werden.

Infantino betont Freiwilligkeit

Am Mittwochabend hat sich Infantino selbst zu seinen Plänen geäußert und bekräftigt, sein Plan sei kein Zwang, sondern nur ein Vorschlag. In einem Video sagt er: „FIFA Forward Enterprise (FFE) ist zunächst einmal ein Vorschlag, ein Angebot. Es ist Teil eines demokratischen Prozesses – eines Konsultationsprozesses – und vor allem eine Chance, keine Verpflichtung.“

Weiter: „Nur wenn der Vorschlag von der Mehrheit unserer 211 Mitgliedsverbände sowie vom Fifa-Rat angenommen wird, würde FFE zu einer Tochtergesellschaft werden, die vollständig im Eigentum der Fifa steht und von ihr kontrolliert wird.“ Die Entscheidung liegt laut Infantino also bei den Mitgliedsverbänden. Medienberichten zufolge hat der Fifa-Boss den Verbänden aber eine Frist bis zum 19. September gesetzt, um den Plänen zuzustimmen.

Während die CAF sich nun offen zeigt, bleibt die Haltung anderer Konföderationen wie der Uefa weiterhin ablehnend. Die Diskussion um die Privatisierung der WM dürfte in den kommenden Wochen intensiv weitergehen, insbesondere im Hinblick auf die entscheidende Abstimmung der 211 Mitgliedsverbände.

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