Entscheidung in der Nachspielzeit: Kroatiens Tor wird aberkannt
Portugal hat Kroatien mit einem 2:1-Sieg aus der WM geworfen. In der 13. Minute der Nachspielzeit fiel scheinbar der Ausgleichstreffer für Kroatien, doch Schiedsrichter Espen Eskas entschied nach Videostudium auf Abseits. Die moderne Technik im WM-Ball „Trionda“ lieferte den entscheidenden Hinweis.
Der strittige Moment: Ballberührung vor dem Tor
Eine Flanke tief in den Strafraum erreichte Mario Pasalic, der den Ball auf Josko Gvardiol weiterleitete. Der frühere Bundesliga-Profi drückte den Ball ins Tor – die kroatischen Spieler jubelten, aber nur kurz. Der Schiedsrichter überprüfte die Szene mit Hilfe des Video Assistant Referees (VAR). Dabei kam heraus: Während der Flanke touchierte der Ball den Kopf von Igor Matanovic, und zum Zeitpunkt dieser Ballberührung stand Pasalic im Abseits.
Technik im Ball: Chip liefert Beweis
Der eingebaute Chip im WM-Ball „Trionda“ erfasst genau, wann und mit welcher Stärke der Ball berührt wird. Diese Daten werden auch für die Zuschauer auf dem Bildschirm visualisiert. Die Technik zeigte eindeutig, dass Matanovic den Ball berührt hatte, bevor Pasalic ihn spielte. Damit war die Abseitsposition von Pasalic entscheidend.
Trainer-Stimmen: Zwei unterschiedliche Meinungen
Kroatiens Nationaltrainer Zlatko Dalic äußerte sich enttäuscht über den Einsatz des VAR: „Man denkt, man hat getroffen und man freut sich – und dann kommt VAR. Man hat gesehen, in welchem Ausmaß Emotionen gekillt werden. Das nimmt einem den Spaß am Fußball.“ Er ergänzte: „Der VAR kann manchmal hilfreich sein. Aber es killt die Emotionen, das ist nicht leicht, damit umzugehen. Der Fußball sollte fair sein, aber mit VAR sind wir zu weit gegangen.“
Portugals Trainer Roberto Martínez hingegen verteidigte die Entscheidung: „Es ist klar, warum sich der VAR einschaltete. Der Sensor zeigte an, dass der Ball berührt wurde. Das ist eines der Beispiele, das zeigt, wie Technologie dem Sport hilft. Der Chip bewies, dass erst Matanovic am Ball war, und deshalb war es Abseits. Es ist schade, dass es heute einen Verlierer geben musste, aber es war keine Fehlentscheidung.“
Fazit: Technologie im Fußball – Segen oder Fluch?
Der Fall zeigt die Kontroversen um den Einsatz moderner Technik im Fußball. Während die einen die Genauigkeit und Fairness loben, beklagen andere den Verlust von Emotionen und Spontaneität. Für Kroatien bedeutet die Entscheidung das WM-Aus, Portugal zieht ins Achtelfinale ein.



