Vertagung der Entscheidung
Das Bundesgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat noch keine abschließende Entscheidung zu den Sanktionen wegen der schweren Ausschreitungen beim Zweitliga-Spiel zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC am 4. April getroffen. Sowohl Dynamo als auch der DFB-Kontrollausschuss hatten Berufung gegen das Urteil des DFB-Sportgerichts eingelegt.
„Nach Abschluss der heutigen Beweisaufnahme erhalten Dynamo Dresden und der DFB-Kontrollausschuss bis zum 4. August Gelegenheit, ergänzend Stellung zu nehmen“, erklärte Oskar Riedmeyer, der Vorsitzende des DFB-Bundesgerichts, in einer Mitteilung. Er kündigte an: „Das Bundesgericht wird dann am 6. August im schriftlichen Verfahren eine Entscheidung verkünden, die auch ein abschließendes Urteil sein kann.“
Bisherige Sanktionen
Das DFB-Sportgericht hatte am 5. Juni sein Urteil zu den Vorfällen bekanntgegeben. Es verurteilte Hertha BSC zu einer Geldstrafe in Höhe von 152.000 Euro, Dynamo soll 91.200 Euro zahlen. Zudem werden bei den nächsten beiden Dynamo-Heimspielen die Fans teilweise ausgesperrt. Das zweite Spiel wird dabei allerdings zur Bewährung bis zum Sommer 2027 ausgesetzt. Außerdem müssen beide Teams für kommende Spiele ein gemeinsames Sicherheitskonzept erarbeiten und die Gästekontingente reduzieren.
Dynamos Kritik an Kollektivstrafe
Dresden sah den Teilausschluss der Zuschauer als Kollektivstrafe an. „Wir prüfen jetzt, inwiefern weitere Beweise im nächsten Schritt der Verhandlung einfließen können. Unsere grundsätzliche Überzeugung, dass die Argumente und Sichtweisen gehört werden sollten und diese einen erheblichen Einfluss auf das Urteil haben können, bleibt weiterhin unverändert“, sagte Dynamo-Geschäftsführer Stephan Zimmermann nach der Sitzung des DFB-Bundesgerichts in einer Vereinsmitteilung.
Hintergrund der Ausschreitungen
Beim 1:0-Sieg der Hertha in Dresden war es unter anderem zu massivem Einsatz von Pyrotechnik und im Innenraum zu Ausschreitungen gekommen. Die Polizei musste eingreifen, das Spiel war für 19 Minuten unterbrochen. Mindestens 17 Menschen wurden verletzt.



