Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat Hansi Flick mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben als Bundestrainer entbunden. Diese Entscheidung gab der Verband am Sonntagvormittag bekannt. Damit endet die Amtszeit des 58-Jährigen nach knapp zwei Jahren, in denen die Nationalmannschaft sportlich nicht an die Erfolge früherer Jahre anknüpfen konnte.
Gründe für die Trennung
Als Hauptgrund für die Trennung nannte DFB-Präsident Bernd Neuendorf die ausbleibenden sportlichen Erfolge. „Wir haben in den vergangenen Monaten eine Entwicklung gesehen, die uns große Sorgen bereitet. Die Mannschaft hat sich nicht so entwickelt, wie wir uns das vorgestellt haben“, sagte Neuendorf. Besonders die jüngsten Testspiel-Niederlagen gegen Kolumbien (0:2) und Japan (1:4) sowie das enttäuschende Abschneiden bei der Weltmeisterschaft 2022 in Katar (Vorrunden-Aus) hätten den Druck erhöht.
Bilanz von Hansi Flick
Hansi Flick übernahm das Amt des Bundestrainers im August 2021 von Joachim Löw. Unter seiner Leitung bestritt die Nationalmannschaft 25 Spiele, von denen sie 12 gewann, 7 verlor und 6 unentschieden spielte. Die Torquote lag bei 48:30. Höhepunkt seiner Amtszeit war der 8:0-Sieg gegen Estland im September 2021, Tiefpunkt das frühe Aus bei der WM in Katar. Nach der WM hatte Flick noch einmal einen Neuanfang versprochen, doch die Ergebnisse blieben hinter den Erwartungen zurück.
Reaktionen und Ausblick
DFB-Sportdirektor Rudi Völler bedauerte die Entscheidung, zeigte aber Verständnis: „Hansi ist ein hervorragender Trainer und ein großartiger Mensch. Aber im Fußball zählen nun einmal Ergebnisse. Wir müssen jetzt nach vorne schauen und die Weichen für die Zukunft stellen.“ Die Suche nach einem Nachfolger läuft bereits. Als Kandidaten gelten unter anderem Julian Nagelsmann, derzeit vereinslos, sowie der Österreicher Ralf Rangnick. Völler wird die Mannschaft interimistisch für die anstehenden Länderspiele gegen Frankreich und die Niederlande betreuen.
Auswirkungen auf die Nationalmannschaft
Die Entlassung Flicks kommt zu einem kritischen Zeitpunkt, da die EM 2024 im eigenen Land bevorsteht. Die DFB-Elf muss sich in den verbleibenden Testspielen und in der Nations League neu formieren. „Wir haben eine große Aufgabe vor uns. Die EM im eigenen Land ist eine riesige Chance, aber auch eine Verpflichtung. Wir müssen die Mannschaft wieder in die Spur bringen“, so Völler. Die Spieler selbst zeigten sich auf Social Media betroffen, aber auch entschlossen, die Wende zu schaffen.



