Jeremy Doku, Offensivspieler von Manchester City und Teil der belgischen Nationalmannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2026, steht im Zentrum einer Kontroverse, die weit über den Sport hinausgeht. Der Grund: Doku verließ das Team kurzzeitig, um bei der Geburt seines Sohnes in London dabei zu sein. Dafür erntete er unerwartet heftige Kritik – ausgerechnet von einer Fernsehmoderatorin.
Herzlose Worte einer Moderatorin
France Pierron, Moderatorin der Sendung „L’Équipe de Choc“ des französischen Sportsenders „La Chaîne L’Équipe“, äußerte sich abfällig über Dokus Entscheidung. „Du willst all das verlassen, um bei der Geburt deines Kindes dabei zu sein, die ein ekelhafter Moment ist, Verzeihung, wo der Papa zu nichts gut ist, und eine Nebenrolle hat“, sagte Pierron. Die Aussage löste umgehend Empörung aus. Der Sender distanzierte sich von Pierron und setzte sie noch in der Folgesendung ab.
Reaktionen und Solidarität
Neben dem Sender reagierten auch zahlreiche Sportler und Fans bestürzt. Der deutsche Nationalspieler Nadiem Amiri äußerte sich solidarisch: „Alle, die Eltern sind, die Papa sind, wissen, was für ein besonderer Moment das ist.“ Auch andere Stimmen betonten, dass die Geburt eines Kindes zu den prägendsten Erlebnissen im Leben eines Menschen zählt – unabhängig von der Rolle des Vaters.
Historische Parallelen und Bedeutung
Der Vorfall erinnert an ähnliche Fälle in der Vergangenheit. So wurde Martin Allen 1989 von den Queens Park Rangers mit einer Geldstrafe in Höhe seines zweiwöchigen Gehalts belegt, weil er wegen der Geburt seines Sohnes ein Spiel verpasste. Die damalige Entscheidung stieß ebenfalls auf Unverständnis und zeigt, dass sich die Wahrnehmung solcher Prioritäten nur langsam wandelt.
Sportliche Situation Belgiens
Sportlich läuft es für Belgien bei dieser WM noch nicht wie gewünscht. Mit zwei Punkten belegt das Team nur den dritten Platz in der Gruppe G. In der Vergangenheit gehörte die Mannschaft zu den Mitfavoriten, konnte die Erwartungen jedoch nie erfüllen. Die Kritik an Doku kommt zu einem ohnehin schwierigen Zeitpunkt für die Roten Teufel.
Ein Zeichen für mehr Menschlichkeit
Die heftige Reaktion auf Pierrons Aussage zeigt, dass es bei einer Weltmeisterschaft um mehr geht als nur um Fußball. Die Geburt eines Kindes ist ein einmaliges Ereignis, das Vorrang haben sollte. Doku selbst wird nun seine kleine Familie wieder verlassen müssen, um sich auf das Turnier zu konzentrieren. Vielleicht profitiert das belgische Team jedoch von den Glücksgefühlen, die die Geburt mit sich bringt.



