Beim FC Bayern: Eberl winkt Vertragsverlängerung nach Transferlob
Eberl winkt Vertragsverlängerung beim FC Bayern

Gut gelaunt beobachtete Max Eberl das öffentliche Training des FC Bayern im WM-Stadion von 2002. Mit einem Bein auf einem Tisch am Spielfeldrand verfolgte der Sportvorstand, wie Coach Vincent Kompany das Team auf das dritte Testspiel gegen Jeju SK vorbereitete. Nur wenige Stunden, bevor die Bayern am Dienstag (13.00 Uhr MESZ) in Südkorea antreten, waren die Zeichen für Eberl erneut positiv: Nach Uli Hoeneß sprach ihm auch Präsident Herbert Hainer das Vertrauen aus – und Trainer Vincent Kompany lobte den Kurs des 52-Jährigen gegenüber drei Verkaufskandidaten.

Dass Eberl am Vorabend auf der Terrasse des Mannschaftshotels sichtlich schwitzte, hatte nichts mit den Lobeshymnen zu tun. Es war das schwül-warme Wetter, das dem gebürtigen Niederbayern zu schaffen machte – die Personaldebatte ließ ihn dagegen kalt.

Hainer bestätigt Hoeneß' Lob

Am Tag nach den wohlwollenden Worten von Uli Hoeneß am Tegernsee legte Herbert Hainer nach. "Ich gehe mal davon aus, dass Uli das so gemeint hat, dass wir mit der momentanen Transferperiode sehr zufrieden sind", sagte der 72-jährige Aufsichtsratsvorsitzende. Der Ehrenpräsident hatte zuvor von einer "perfekten Transferperiode" gesprochen – eine Einschätzung, die Hainer ausdrücklich teilte.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Bei der Frage nach einer Vertragsverlängerung von Max Eberl zeigte sich Hainer jedoch vorsichtiger als Hoeneß. "Ich bin überzeugt davon, der Aufsichtsrat wird zu gegebener Zeit eine gute Entscheidung treffen", sagte er. Und ergänzte: "Ich darf noch dazu sagen, dasselbe gilt im Übrigen auch für Jan-Christian Dreesen, dessen Vertragsverlängerung ansteht und mit dessen Arbeit wir genauso zufrieden sind." Auch der Finanzvorstand ist bis Sommer 2027 gebunden.

Hoeneß selbst hatte die Tendenz zu einer Verlängerung klar benannt: "Im Moment, glaub' ich, hundert Prozent." Für den 74-Jährigen ist offenbar keine Diskussion nötig. Wie die übrigen Mitglieder des Aufsichtsrats – darunter zahlreiche Wirtschaftsgrößen und Ex-Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge – ticken, ist nicht bekannt. Eine offizielle Entscheidung könnte im August oder im November fallen, heißt es.

Eberl: "Man hört lieber Lob"

Eberl selbst nahm die Schmeicheleien mit einem Augenzwinkern auf. "Natürlich haben mich die Worte am Donnerstag sehr gefreut, da mache ich keinen Hehl draus", sagte der Sportvorstand. "Man hört lieber Lob. Ich versuche meinen Job zu machen bei Bayern München, versuche die Menschen, die darüber entscheiden, zu überzeugen, dass ich keine so schlechte Wahl bin. Am Ende wird es der Aufsichtsrat entscheiden."

Seit März 2024 führt Eberl die sportlichen Geschicke des Rekordmeisters. Sein Vertrag läuft bis zum 30. Juni 2027 – wie auch der von Dreesen. Sollten die Verantwortlichen auf ihn zukommen, wäre er gesprächsbereit: "Wenn man weitermachen möchte, bin ich bereit zu reden", kündigte der 52-Jährige an. Dabei blieb er dem Motto treu, das Vincent Kompany stets ausgibt: "Don't believe the hype, don't believe the drama. Ich mache meinen Job."

Die Transferbilanz spricht für Eberl

Der Blick auf die Kaderplanung gibt der Führungsriege Recht. Für rund 50 Millionen Euro Ablöse verpflichtete der FC Bayern den deutschen Nationalspieler Nathaniel Brown (Eintracht Frankfurt) und den marokkanischen WM-Teilnehmer Ismael Saibari (PSV Eindhoven). Gleichzeitig nahm der Klub durch Verkäufe von Reservisten bereits weit über 30 Millionen Euro ein. Und es könnte noch mehr Geld fließen: Die drei Leihrückkehrer João Palhinha, Sacha Boey (beide Vertrag bis 2028) und Bryan Zaragoza (bis 2029) sind nicht mehr eingeplant und sollen weiterverkauft werden. Ihre Ablöse würde nicht nur die Kasse füllen, sondern auch das Gehaltsbudget entlasten.

In der Summe hatten die Münchner für dieses Trio knapp 90 Millionen Euro ausgegeben – eine Investition, die sich durch Transfererlöse zumindest teilweise zurückholen lässt. Eberl hofft darauf, dass sich Ende August noch einmal Bewegung ergibt. "Wenn die Klubs dann auf ihre Kader schauen, könnte das nochmal für Umbesetzungen sorgen", sagte er.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration

Kompany stellt sich hinter Eberl

Trainer Vincent Kompany unterstützt die klare Linie des Sportvorstands. "Ich finde, es ist positiv, dass der Verein mit den Spielern klar kommuniziert. Ich als Spieler hätte das damals auch gewollt", sagte der Coach bei seiner ersten Pressekonferenz in der Vorbereitung. Der Klub habe ein klares Statement abgegeben, "da sind wir auf einer gemeinsamen Linie".

Zugleich betonte Kompany den menschlichen Umgang: "Am wichtigsten ist, dass wir sie mit Respekt behandeln. Wir arbeiten mit ihnen daher selbstverständlich normal weiter." Bis zum Ende des Transferfensters gelte eine klare Position, danach müsse man "wie überall im Leben weitersehen". Seine Hauptaufgabe sieht der Belgier ohnehin woanders: "Mein Job ist es, das Team zu trainieren und das Team so gut wie möglich vorzubereiten auf die Saison."

Eberl blickt derweil optimistisch auf die kommenden Wochen: "Wir haben eine Mannschaft entwickelt und gebaut, bei der man eine Perspektive und Fantasie hat." Zusammen mit Sportdirektor Christoph Freund und Coach Kompany sei man "sehr, sehr glücklich" mit dem momentanen Zustand. Und mit Blick auf weitere Verkäufe fügte er hinzu: "Wir haben noch ein paar Spieler zu verkaufen, haben aber trotzdem schon stattliche Einnahmen erzielt."

Wie es mit Eberl persönlich weitergeht, entscheidet der Aufsichtsrat – doch die Zeichen stehen so gut wie nie. Wer den Sportvorstand in diesem Sommer erlebt, der ahnt: Eine vertragliche Verlängerung würde wohl nicht nur die Klubführung freuen, sondern auch den Mann, der sie mit seiner Arbeit überzeugt hat.