Ede Geyer: DFB-Elf spielte lahm – Wir brauchen einfacheren Fußball
Ede Geyer: DFB-Elf spielte lahm – einfacher Fußball nötig

Trainerlegende Eduard „Ede“ Geyer hat im Gespräch mit dem Tagesspiegel deutliche Kritik an der deutschen Nationalmannschaft geübt und das frühe Aus bei der Fußball-Weltmeisterschaft als verdammt bezeichnet. Der 79-Jährige, der zu DDR-Zeiten Dynamo Dresden trainierte und später Bundesligaluft schnupperte, forderte eine Rückbesinnung auf die traditionellen deutschen Tugenden im Fußball.

„So ein lahmes Spiel kann man nicht nachvollziehen“

Auf die Frage, ob die deutsche Mannschaft zu Recht ausgeschieden sei, antwortete Geyer klar: „Ja. Alle Tugenden, die wir vorher als Deutsche im Fußball hatten, hat es quasi weggespült. Ehrlich gesagt, habe ich mich sogar ein bisschen geschämt als Fußballtrainer – ein solch lahmes Spiel wie gegen Paraguay kann man nicht nachvollziehen.“ Er betonte die Bedeutung von Vorbildern für den Nachwuchs und forderte: „Wir müssen wieder anfangen, einfacher Fußball zu spielen und nicht immer nur Klein-Klein und mit fünfzig Ballwechseln.“

Geyer über WM-Konsum und Ost-Fußball

Geyer selbst verfolgt die WM-Spiele aus Amerika nur selektiv. „Ich hatte als Trainer so viele Jahre mit Fußball zu tun, dass ich natürlich alle Resultate verfolge. So bis 0 Uhr gucke ich mir auch die WM-Spiele aus Amerika an, wenn Spiele dabei sind, die mich interessieren. Es muss nicht gerade Usbekistan gegen Katar sein“, sagte er mit einem Schmunzeln. Im Interview sprach Geyer zudem über den einzigen ostdeutschen Nationalspieler und die Strukturprobleme des Fußballs. Er verwies auf den neuen Tagesspiegel-Podcast „Im Osten“, der sich mit Gesprächen aus Ostdeutschland beschäftigt.

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Geyers eigene Stasi-Vergangenheit

Der Kult-Trainer, der selbst mit seiner Stasi-Vergangenheit konfrontiert wurde, äußerte sich auch zu diesem Thema. Details dazu sind im vollständigen Interview im Tagesspiegel nachzulesen. Geyer, der in der DDR als einer der erfolgreichsten Trainer galt, hatte nach der Wende mit den Enthüllungen über seine inoffizielle Mitarbeit beim Ministerium für Staatssicherheit zu kämpfen.

Das Interview ist Teil einer Serie des Tagesspiegels zur WM 2026 und zur Situation des ostdeutschen Fußballs. Geyer, der auch als „Fußball-Philosoph“ bekannt ist, plädierte für eine Abkehr von übertriebenem Kurzpassspiel und eine Rückkehr zu effektiveren Spielweisen. „Wir brauchen wieder einfachen, geradlinigen Fußball“, so der 79-Jährige.

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