Europas Klubverband EFC greift Fifa-Präsident Infantino an
EFC attackiert Infantino wegen Investoren-Plänen

Nach der Uefa und den Kontinentalverbänden aus Asien (AFC) sowie Nord-, Mittelamerika und der Karibik (Concacaf) übt nun auch Europas mächtiger Klubverband EFC scharfe Kritik an den Investoren-Plänen von Fifa-Präsident Gianni Infantino. Die EFC, die über 850 europäische Fußballvereine vertritt, kritisierte insbesondere den geplanten Verkauf eines Teils der kommerziellen Rechte an der WM und der Klub-WM. Der Verband forderte strengere und transparentere Governance-Prozesse, um den Fußball langfristig zu schützen.

EFC: Von Infantino übergangen

In einer Mitteilung zeigte sich die EFC tief besorgt über die Vorgehensweise des Fifa-Präsidenten. „Die EFC nehmen mit großer Sorge die plötzlichen, einseitigen Medien-Briefings und die Ankündigung der Fifa über eine potenzielle neue Unternehmensstruktur für die Vermarktung bestimmter Fußballwettbewerbe zur Kenntnis“, hieß es. Besonders kritisierten die Klubs, dass sie nicht vorab konsultiert wurden. „Als Institution, die über 850 Fußballvereine vertritt – deren Mitgliedsklubs, ihre Spieler und Gemeinschaften grundlegende Teilnehmer am weltweiten Fußball sind, nicht zuletzt in den Wettbewerben der Fifa einschließlich aller internationalen Klubwettbewerbe –, wäre es völlig angemessen, dass die EFC bei einem Vorschlag von solch großer Tragweite umfassend konsultiert wird“, so die EFC weiter. Die Organisation habe „auf dieselbe Weise wie die meisten globalen Fußball-Akteure – ohne Vorwarnung und durch die Medien“ von dem Vorhaben erfahren.

Prominente Vertreter im EFC-Vorstand

Die EFC wird von hochrangigen Vertretern europäischer Spitzenklubs geführt. Dem Vorstand sitzt Nasser Al-Khelaifi aus Katar vor, der zugleich Präsident von Paris Saint-Germain ist. Weitere Mitglieder sind Bayern-CEO Jan-Christian Dreesen, Bayer Leverkusens Geschäftsführer Fernando Carro sowie Red-Bull-Chef Oliver Mintzlaff. Axel Hellmann, Vorstandsmitglied von Eintracht Frankfurt, fungiert als Sonderbeauftragter von Al-Khelaifi. Diese prominente Besetzung unterstreicht den Einfluss des Verbandes.

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Wachsender Druck auf Infantino

Die Kritik der EFC reiht sich ein in eine Welle des Widerstands gegen Infantinos Pläne. Bereits zuvor hatten die Uefa und die Fußball-Kontinentalverbände aus Asien und Nordamerika ihre Ablehnung signalisiert. Infantino hatte vorgeschlagen, einen Teil der kommerziellen Rechte an der Weltmeisterschaft 2026 und der neu formatierten Klub-Weltmeisterschaft an private Investoren zu verkaufen, um Einnahmen zu steigern. Die EFC verlangte nun „strengere und transparentere Governance-Prozesse, die eingeführt werden sollen, um den Fußball langfristig zu schützen.“ Damit stellt sich der Klubverband klar gegen den Alleingang des Fifa-Präsidenten und fordert eine stärkere Einbindung der Vereine in zentrale Entscheidungen.

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