Eintracht Frankfurt trauert um eine weitere Klub-Legende. Klaus Lötzbeier, langjähriger Funktionär und Ehrenmitglied, ist am Dienstag im Alter von 86 Jahren verstorben. Der Verein bestätigte die Nachricht am Mittwochmorgen. Lötzbeier, der aufgrund seines grauen Haars und seiner eleganten Art den Spitznamen „Weißer Napoleon“ trug, gehörte zu den einflussreichsten Persönlichkeiten der Eintracht-Geschichte.
Vom Aufstiegshelfer zum Vizepräsidenten
Lötzbeier kam 1988 an den Riederwald. Nach dem ersten Bundesliga-Abstieg 1996 half er maßgeblich mit, den Klub zu stabilisieren. Als ehrenamtlicher Geschäftsführer unterstützte er den Wiederaufstieg 1998 und setzte sich früh für eine stärkere Einbindung der Fans ein. Von 2000 bis 2015 war er Vizepräsident im Präsidium, von 2008 bis 2012 zudem im Vorstand der Eintracht Frankfurt Fußball AG. Mit diplomatischem Geschick verbesserte er das Verhältnis zwischen Verein und AG – er galt als Bindeglied der beiden Abteilungen.
Rückzug und bleibende Verbundenheit
2015 zog sich Lötzbeier auf eigenen Wunsch aus dem Präsidium zurück. Der Eintracht blieb er jedoch eng verbunden. Er verfolgte die Spiele seines Herzensvereins weiterhin mit großem Interesse und hielt regelmäßig Kontakt zu ehemaligen Weggefährten und den Verantwortlichen. Für seine außergewöhnlichen Verdienste ernannte ihn Eintracht Frankfurt zum Ehrenmitglied.
Persönliche Erinnerung des Präsidenten
Präsident Mathias Beck (55) erinnert sich: „Einige Tage, nachdem ich bei der Mitgliederversammlung 2024 zum Präsidenten der Eintracht gewählt wurde, bekam ich einen handgeschriebenen Brief von Klaus. Er gratulierte mir zur Wahl und wünschte mir viel Glück für meine Aufgabe.“ Diese Geste zeige, wie eng die Verbindung auch nach Lötzbeiers Rückzug blieb.
Leidenschaft für Wissenschaft
In seinem Ruhestand widmete sich Lötzbeier einem außergewöhnlichen Hobby: An der „Universität des 3. Lebensalters“ beschäftigte er sich mit großer Begeisterung mit Hirnforschung und Neurologie. Bis zuletzt blieb der langjährige Eintracht-Macher wissbegierig – und seinem Klub eng verbunden.



