Frecher Elfer-Zettel von Cottbus-Keeper Funk: „Verschießt sowieso“-Notiz sorgt für Wirbel
Ein ungewöhnlicher Elfmeter-Spickzettel von Torhüter Marius Funk hat nach dem Ost-Duell zwischen Energie Cottbus und Erzgebirge Aue für erhebliches Aufsehen gesorgt. Der Energie-Keeper hatte sich auf seiner Trinkflasche die Vorlieben möglicher Elfmeterschützen von Aue notiert, wobei die letzte Eintragung besonders frech ausfiel.
Die freche Notiz auf der Trinkflasche
Als letzter Name auf der Liste stand der von Verteidiger Ryan Malone mit dem deutlichen Verweis „verschießt sowieso“. Die Kameras von MagentaSport hatten die Flasche während einer 15-minütigen Spielunterbrechung wegen eines Platzsturms eingefangen und die Szene später auf Instagram veröffentlicht. Malone selbst kommentierte dies mit einem trockenen „Danke“ und einem grinsenden Smiley mit Schweißperle.
Spickzettel über Elfmeterschützen sind bei Torhütern zwar nichts Besonderes, doch was Funk auf seine Flasche klebte, war in seiner Direktheit sehr ungewöhnlich. Vor Malone hatte der Keeper noch sechs andere potenzielle Schützen notiert, doch gerade die Bemerkung zum US-Amerikaner erregte besondere Aufmerksamkeit.
Hintergrund der Spielerbeziehung
Vielleicht handelte es sich um einen Scherz unter ehemaligen Teamkollegen, denn Funk und Malone spielten von 2023 bis 2025 gemeinsam beim FC Ingolstadt. Interessanterweise trat Malone weder in Aue noch in Ingolstadt jemals als Elfmeterschütze in Pflichtspielen auf. In seiner gesamten Karriere schoss der 33-jährige Verteidiger bisher zehn Strafstöße und verwandelte davon bemerkenswerte neun – die meisten davon in Diensten von Lok Leipzig.
Letztlich kam der Zettel beim 2:1-Heimsieg von Cottbus nicht zum Einsatz, da es im Spiel keinen Elfmeter gab. Stattdessen drehten King Manu und Axel Borgmann die Auer Führung durch Marcel Bär noch zum Erfolg. Während Aue tief im Abstiegskampf steckt, festigte Cottbus mit dem Sieg seine Position als Tabellenführer.
Erinnerungen an legendäre Torwart-Zettel
Spickzettel von Torhütern über Elfmeterschützen haben in der Fußballgeschichte durchaus Tradition. Der berühmteste Hinweisgeber ist sicherlich das Stück Papier aus dem WM-Viertelfinale 2006 zwischen Deutschland und Argentinien. Torwarttrainer Andreas Köpke hatte dort die Gewohnheiten der Argentinier notiert, und Ersatzmann Oliver Kahn überreichte Keeper Jens Lehmann den Zettel vor dem entscheidenden Elfmeterschießen.
Lehmann holte den Zettel für die Argentinier demonstrativ sichtbar aus seinem Stutzen, gab aber später zu, dass er nicht besonders hilfreich gewesen sei. Dennoch zog Deutschland damals ins Halbfinale ein, und der historische Zettel ist heute im „Haus der Geschichte“ in Bonn ausgestellt. Die aktuelle Episode mit Marius Funk zeigt, dass diese Tradition im deutschen Fußball weiterlebt – wenn auch mit deutlich frecheren Kommentaren.



