Als erster Bundesligist ist Aufsteiger SV Elversberg bereits am vergangenen Montag in die Vorbereitung gestartet. Für den krassen Außenseiter im deutschen Oberhaus ist der Klassenerhalt das Ziel. Der kürzlich veröffentlichte Spielplan hat es für die Saarländer absolut in sich: In den ersten beiden Heimspielen geht es direkt gegen Bayer Leverkusen und den FC Bayern München, am zweiten Spieltag muss die Mannschaft von Trainer Vincent Wagner (40) nach Mönchengladbach, am vierten zu Mitaufsteiger Schalke 04. Ein Hammer-Auftakt in Elversbergs Premieren-Saison – doch trotz der Außenseiterrolle blickt man bei der SVE optimistisch und voller Vorfreude in die Bundesliga-Zukunft.
Schmahl will seine Chance nutzen
In der abgelaufenen Spielzeit war Frederik Schmahl (23) eine verlässliche Konstante im SVE-System: 29 Mal lief er in der Aufstiegs-Saison auf, stand dabei neunmal in der Startelf und steuerte drei Tore zum Aufstieg bei. Ganz zum Stammspieler hat es der zentrale Mittelfeldspieler allerdings noch nicht gebracht. Im Interview mit „Transfermarkt.de“ (gehört wie BILD zu Axel Springer) sagt Schmahl über seine Rolle: „Der Konkurrenzkampf gehört dazu und macht jeden Spieler besser. Mit Amara Condé beispielsweise habe ich auch neben dem Platz ein super Verhältnis – obwohl wir die gleiche Position spielen können. Gerade zum Saisonende, als es um den Aufstieg ging und die Mannschaft eingespielt war, willst du als Trainer nicht viel verändern. Für mich persönlich war das blöd, aber ich habe trotzdem versucht, der Mannschaft auf und neben dem Platz zu helfen.“
Elversberg gibt Rückhalt nach Rückschlag
2024 wechselte Schmahl aus Hoffenheims zweiter Mannschaft zur SVE. Für ihn ging es von der 4. in die 2. Liga und nun in die Bundesliga. Dabei schien die Karriere fast schon vorbei, nachdem es nach elf Jahren bei seinem Heimatklub Union Berlin nicht mehr weitergegangen war. Schmahl gnadenlos ehrlich: „Ich saß nach dem Gespräch im Auto und ich wollte eigentlich nicht weinen – aber diese Entscheidung traf mich extrem. Ich hatte viel investiert und natürlich gehofft, dass mein Weg dort weitergeht. Umso größer war die Enttäuschung, als ich erfahren habe, dass es anders kommt.“ In Elversberg dagegen spürte er direkt den Rückhalt, das Menschliche und Familiäre.
„Die Menschen hier sind nett“
Ein Ereignis war für den gebürtigen Berliner besonders beeindruckend. Bei einer Niederlage gegen Magdeburg in der Saison 2024/25 sah Schmahl nach einer Notbremse die Rote Karte. Die SVE gab ein 2:0 aus der Hand, verlor das Heimspiel noch mit 2:5. Schmahl: „Für mich war gefühlt eine Welt zusammengebrochen. Viele Profis, mit denen ich gesprochen habe, meinten, dass danach oft ein großer Shitstorm über Social Media folgt und du beleidigt wirst. Deshalb war ich die ersten drei Tage danach gar nicht auf Instagram.“ Schmahl weiter: „Als ich wieder nachsah, kamen fast nur positive Nachrichten von Elversbergern. Die Leute schrieben, dass sie hinter mir stehen und an mich glauben. Wenn ich daran denke, bekomme ich erneut Gänsehaut. Das hat mir gezeigt, wie nett die Menschen hier sind.“



