Ende lässt Fortunas Favoritenrolle nach 2:1 gegen Dortmund kalt
Ende lässt Favoritenrolle nach 2:1 gegen Dortmund kalt

Düsseldorf – Der 2:1-Testsieg gegen Borussia Dortmund hat Fortuna Düsseldorf neuen Schwung verliehen. Was nach dem Abstieg in die 3. Liga noch in weiter Ferne lag, ist nun wieder in greifbare Nähe gerückt: Die Fortuna wird bei den Wettanbietern und vielen Trainerkollegen als Topfavorit auf den direkten Wiederaufstieg gehandelt. Trainer Alexander Ende (46) lässt sich davon jedoch nicht aus der Ruhe bringen. Er bleibt im Tagesgeschäft und arbeitet mit seiner Mannschaft weiter an der Entwicklung.

Nach dem Abstieg: Düstere Aussichten und eine große Angst

Noch vor wenigen Wochen lag Fortuna Düsseldorf nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga in Schutt und Asche. Kein Fan und kein Verantwortlicher hatte dieses Szenario wirklich auf der Rechnung gehabt. Die Zukunft des Traditionsklubs sah düster aus. Bei vielen Anhängern machte sich die Angst breit, es könnte wie vor 25 Jahren ein Durchmarsch bis in die 4. Liga drohen. Besonders bitter: Nach dem Abstieg standen nicht einmal zehn Spieler unter Vertrag. Die Mannschaft musste also nahezu komplett neu aufgebaut werden.

Doch die Verantwortlichen handelten schnell und entschlossen. Manager Samir Arabi (47) und Trainer Alexander Ende (46) verpflichteten insgesamt 15 neue Profis – so viele wie kein anderer Verein in der 3. Liga. Diese Offensive brachte nicht nur die Fans zum Staunen, sondern auch die Fachwelt. Experten zollen dem Duo Anerkennung für die Zusammenstellung eines schlagkräftigen Kaders.

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Der Befreiungsschlag gegen Borussia Dortmund

Den vorläufigen Höhepunkt dieser Entwicklung erlebte Fortuna im Testspiel gegen Borussia Dortmund. Das 2:1 wurde von den Fans gefeiert und sorgte für neuen Optimismus. Endes Trainer-Kollegen in der 3. Liga sehen Düsseldorf inzwischen neben Hansa Rostock als einen der heißesten Aufstiegskandidaten. Auch die Wettanbieter haben die Fortuna auf den vorderen Plätzen – sowohl beim Kampf um den Aufstieg als auch im Rennen um die Meisterschaft.

Doch Ende lässt sich von solchen Prognosen nicht blenden: „Weg von den Spielern: Egal, wie wir den Kader aufgefüllt hätten, wäre Fortuna immer wieder als Favorit genannt worden. Als Absteiger, großer Verein, große Stadt wären wir immer mit in dieses Thema mit reingehoben worden“, sagt er auf BILD-Nachfrage. Der Trainer weiß also genau, dass die Erwartungshaltung nicht von der Transferpolitik oder den Testspielergebnissen abhängt, sondern von der Reputation des Klubs.

Namhafte Neuzugänge befeuern die Erwartungen

Mit ihren Neuzugängen haben Arabi und Ende nicht nur die Breite des Kaders vergrößert, sondern auch die Qualität erhöht. „Jetzt haben wir natürlich die ein oder andere Verpflichtung mit Namen, die auch die Menschen kennen. Und das trägt dann nicht dazu bei, dass man weniger Erwartungshaltung hat“, gibt Ende unumwunden zu. Die prominenten Neuzugänge wecken Begehrlichkeiten – doch der Trainer bleibt cool. „Ich bin im Tagesgeschäft. Ich arbeite mit der Mannschaft auf den Punkt hin. Aber die Euphorie und den positiven Zuspruch nehme ich gerne mit. Das ist auch wichtig. Alles andere interessiert mich nicht.“

Bemerkenswert: Das Wort „Aufstieg“ nimmt Ende bislang nicht in den Mund. Er setzt bewusst auf Zurückhaltung, um den Druck von der Mannschaft zu nehmen. Diese Strategie hat sich bei Fortuna schon zweimal bewährt – vor den Aufstiegen in den Jahren 2012 und 2018 verzichtete der Verein ebenfalls auf große Ankündigungen.

Kapitän Hendrix: „Dieser Verein gehört nicht in die 3. Liga“

Anders sieht das Kapitän Jorrit Hendrix (31), der ein klares Bekenntnis abgegeben hat: „Dieser Verein gehört nicht in die 3. Liga. Deswegen bin ich auch zurückgekommen, um ihn dahin zu bringen, wo er hingehört.“ Mit solchen Aussagen stößt der Niederländer bei den Fans auf offene Ohren. Die Klubführung hatte allerdings im Vorjahr genau diesen Fehler gemacht und den Aufstieg vollmundig angekündigt – um am Ende der Saison auf der Nase zu liegen. Aus dieser Erfahrung hat man in Düsseldorf gelernt.

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Der Testspielsieg gegen Dortmund ist für die Mannschaft ein positives Signal, mehr aber auch nicht. Die Saison in der 3. Liga ist lang und anspruchsvoll. Neben Hansa Rostock werden auch andere ambitionierte Klubs den Aufstiegskampf beleben. Fortuna Düsseldorf ist gewarnt – doch das gute Gefühl, das die Mannschaft derzeit hat, könne laut Ende ein wichtiger Faktor sein: „Die Euphorie und den positiven Zuspruch nehme ich gerne mit. Das ist auch wichtig.“