Bereits seit dem 16. Juli sind die ersten Perseiden am Nachthimmel zu sehen. Der Meteorstrom erreicht seinen Höhepunkt in der Nacht vom 12. auf den 13. August, dann sind bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde möglich. Noch bis zum 24. August bleibt das Himmelsschauspiel aktiv. Auch in den Nächten davor und danach lohnt sich der Blick nach oben.
Verantwortlich für den Sternschnuppenregen ist der Komet Swift-Tuttle. Die Erde kreuzt alljährlich seine Staubspur. Die winzigen Teilchen dringen mit rund 60 Kilometern pro Sekunde in die Atmosphäre ein und verglühen dabei – als leuchtende Spuren am Himmel. Erste Vorboten liefern bereits die Delta-Aquariden, ein weniger auffälliger Meteorstrom, der schon vor Mitte Juli aktiv ist. Sie sind wie die Perseiden mit bloßem Auge erkennbar, aber deutlich seltener.
Der Höhepunkt in der Nacht vom 12. auf den 13. August
Dr. Björn Voss, Direktor des Planetariums Hamburg, beschreibt den Verlauf: „Bei guten Sichtverhältnissen können wir die ersten Leuchtspuren bereits ab dem 16. Juli am Firmament ausmachen. Zum Monatsende nimmt der Ansturm kosmischer Staubpartikel auf unsere Erdatmosphäre dann allmählich weiter zu, bevor er in der Nacht vom 12. auf den 13. August seinen Höhepunkt erreicht.“ Was das Maximum so besonders macht, ist die Dunkelheit des Himmels: In diesem Jahr fällt der Höhepunkt auf eine Neumondnacht, in der der Mond nicht stört.
Voss sagt weiter: „Die Bedingungen könnten nicht besser sein, denn an diesem Tag ist dunkler Neumond. Wenn das Wetter mitspielt, können wir uns auf bis zu 100 Sternschnuppen in der Stunde freuen.“ Diese Rate gilt für wolkenfreien, dunklen Himmel fernab von Lichtverschmutzung. In städtischen Gebieten fällt die Zahl deutlich geringer aus, dort bleiben oft nur die hellsten Meteore sichtbar.
Warum die Perseiden so heißen
Der Name Perseiden leitet sich vom Sternbild Perseus ab, in dem der Radiant liegt – also der scheinbare Ausgangspunkt der Sternschnuppen. „Nahe des markanten ‚Himmels-W‘ der Kassiopeia“, erklärt Dr. Voss. Doch wer auf der Suche nach Sternschnuppen ist, sollte nicht nur in diese Richtung schauen: Die Meteore verteilen sich über den gesamten Himmel. Es ist sogar effektiver, einen weiten Blick über das Firmament schweifen zu lassen.
Im Volksmund werden die Perseiden auch Laurentius-Tränen genannt, da ihr Höhepunkt nahe am Gedenktag des heiligen Laurentius am 10. August liegt. Die Meteore sind besonders schnell und können dabei helle Leuchtspuren erzeugen, die bis zu mehrere Sekunden am Himmel verweilen. Wer in den Morgenstunden beobachtet, hat die besten Chancen, weil dann die Rotation der Erde die Atmosphäre direkt in den Strom führt.
Tipps für die Himmelsbeobachtung
Wer die Perseiden optimal erleben möchte, sollte sich an einer dunklen Stelle aufhalten. Dazu gehören etwa ländliche Gebiete, in denen die künstliche Beleuchtung der Städte nicht stört. Auch die Höhe spielt eine Rolle: Auf Bergen ist die Sicht oft klarer.
- Zeitraum: Mitte Juli bis 24. August
- Maximum: Nacht vom 12. auf den 13. August
- Beste Uhrzeit: kurz vor der Morgendämmerung
- Ort: möglichst dunkle Umgebung
- Zahl: bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde
Ein weiterer wichtiger Tipp: Die Augen brauchen rund 20 Minuten, um sich an die Dunkelheit zu gewöhnen. Während dieser Zeit sollte man keine Lichtquellen wie Handys benutzen, da sie die Nachtanpassung zunichtemachen. Stattdessen hilft es, den Himmel mit einem Klappstuhl oder auf einer Decke liegend zu beobachten. Wer den Blick abschweifen lässt, erfasst mehr Fläche und verpasst keine Sternschnuppe. Spezielle Ausrüstung ist nicht nötig – weder Fernglas noch Teleskop, denn das bloße Auge eignet sich für die schnellen Meteore am besten.
Ein Naturschauspiel, das verbindet
Die Perseiden sind nicht nur für Astronomen ein Highlight. Auch Familien und Gelegenheitsbeobachter kommen in den Genuss, ein kosmisches Ereignis mit eigenen Augen zu sehen. Weil der Höhepunkt in den Sommerferien liegt, können viele Menschen das Spektakel ohne Termindruck verfolgen. Und wer eine Sternschnuppe sieht, darf sich bekanntlich etwas wünschen – das macht die Perseiden zu einem besonderen Erlebnis. Ein klarer Himmel genügt, den Rest übernimmt die Natur.



