Polizei fürchtet Ausschreitungen beim WM-Halbfinale
Das brisanteste Spiel dieser Fußball-Weltmeisterschaft steht bevor: Am Mittwoch um 21 Uhr (ARD und Magenta TV live) treffen im Halbfinale in Atlanta Argentinien und England aufeinander. Die Partie ist politisch (Falkland-Krieg) und sportlich (Hand Gottes) hoch aufgeladen. Die Polizei in der Coca-Cola-Metropole bereitet sich auf mögliche Ausschreitungen vor. Insider sprechen von einem „Pulverfass“.
Rund um das Mercedes-Benz-Stadion werden die argentinischen Fans voraussichtlich in der Mehrheit sein, da Tausende aus Florida anreisen, wo viele Argentinier leben. In den letzten Tagen tauchten bereits Videos von vereinzelten Scharmützeln zwischen Anhängern beider Länder im Internet auf. Im Stadion selbst (67.382 Plätze) werden die Fan-Lager annähernd gleich groß sein. Da viele Tickets über Wiederverkaufs-Plattformen erworben wurden, hat der Veranstalter keine Kontrolle über die Sitzplatzverteilung. Die Polizei befürchtet Handgreiflichkeiten in den gemischten Blöcken.
WhatsApp als Kommunikationsmittel für Fans
In letzter Minute versuchen die Verantwortlichen, die Fans bereits vor dem Spiel zu trennen. Pubs und Bars sollen entweder nur für Engländer oder nur für Argentinier reserviert werden. Der englische Verband informiert seine Fans per WhatsApp darüber, in welchen Lokalitäten sie sich treffen können. Ein Sprecher des Atlanta Police Department erklärte: „Während sich Atlanta auf die Ausrichtung des bevorstehenden Weltmeisterschafts-Halbfinales vorbereitet und eine erhöhte Anzahl von Einwohnern und Besuchern begrüßt, hat das Atlanta Police Department seine Sicherheitsvorkehrungen und die Präsenz im gesamten Stadtgebiet verstärkt.“
Massive Polizeipräsenz geplant
Genaue Zahlen nannte der Sprecher nicht, jedoch sollen mindestens 750 zusätzliche Polizisten zum Einsatz kommen. Insgesamt werden rund 2000 Beamte in der Stadt für Sicherheit sorgen. Dazu kommen drei Beamte der britischen Polizeieinheit für Fußball (UK Football Policing Unit) und ein kleines Kontingent szenekundiger Beamter aus Argentinien. Die Maßnahmen sollen Eskalationen verhindern und ein friedliches Fußballfest ermöglichen.



