Andy Burnham wird neuer britischer Premierminister – Labour-Mehrheit sichert Kür
Andy Burnham wird neuer britischer Premier

Der frühere Bürgermeister der Metropolregion Greater Manchester, Andy Burnham, wird laut übereinstimmenden britischen Medienberichten nächster Premierminister Großbritanniens. Nach dem Rückzug von Keir Starmer hat sich die Mehrheit der Labour-Fraktion für den 56-Jährigen entschieden. Mit der Unterstützung von 349 Abgeordneten der Regierungspartei Labour steht seiner Kür zum Regierungschef praktisch nichts mehr im Wege, wie die Nachrichtenagentur PA berichtete. Rechnerisch ist es damit ausgeschlossen, dass eine Gegenkandidatin oder ein Gegenkandidat die nötigen Stimmen erhält.

Mathematisch garantierte Krönung

Für die Kandidatur ist die Unterstützung von 20 Prozent der Labour-Abgeordneten nötig, derzeit sind das 81. Burnham braucht weiterhin noch die Unterstützung von drei der Partei angeschlossenen Organisationen und von Gewerkschaften, was voraussichtlich nur eine Formsache ist. „Andy Burnham wird der nächste Premierminister“, meldete die Nachrichtenagentur PA. Der Sender Sky News schrieb, Burnhams Kür sei mathematisch garantiert. Die britischen Medien nutzen den Begriff „coronation“ – also Krönung.

Zeitplan und Machtübernahme

Ohne Gegenkandidatur wird der frühere Bürgermeister von Greater Manchester voraussichtlich am kommenden Freitag den Parteivorsitz übernehmen, der seit dem Rücktritt von Keir Starmer vakant ist. Greater Manchester ist eine Metropolregion im Nordwesten Englands; die Stadt Manchester ist das historische und wirtschaftliche Zentrum dieser Region. König Charles III. dürfte Burnham damit voraussichtlich am Montag mit der Regierungsbildung beauftragen.

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Burnhams Vision: Mehr Befugnisse für Regionen

Bereits in der vergangenen Woche – als schon 322 der 403 Labour-Abgeordneten „Ja“ zu Burnham gesagt hatten – bedankte sich der 56-Jährige für die Unterstützung. Diese komme aus allen Teilen der Partei und zeige, „dass Großbritannien einen neuen politischen Ansatz braucht“, hatte Burnham geschrieben. Er kündigte eine große Machtumverteilung an, die den Regionen mehr Befugnisse einräumen soll.

Hintergrund: Starmer-Rücktritt und internationale Reaktionen

Der als „König des Nordens“ bezeichnete Labour-Politiker gilt als große Hoffnung der Regierungspartei, aus der monatelangen Krise herauszukommen. Starmer hatte im Juni unter massiven Druck seinen Rücktritt angekündigt. Das Amt des Premierministers führt er nur noch so lange aus, bis ein Nachfolger feststeht. Beim Treffen der sogenannten „Koalition der Willigen“ am Montag in Paris war Starmer deshalb praktisch auf Abschiedstour. Bundeskanzler Friedrich Merz, der französische Präsident Emmanuel Macron und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj dankten Starmer für dessen Führungsrolle bei den Unterstützern der Ukraine. „Wir haben eng und intensiv zusammengearbeitet, dabei aber stets in großer Freundschaft“, sagte Merz.

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