Am 9. August treffen im vierten Spieltag der Regionalliga Nordost der FC Carl Zeiss Jena und Rot-Weiß Erfurt aufeinander. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass es erneut zu einem Boykott der Erfurter Fans kommen könnte. RWE-Boss Franz Gerber kündigte an, dass die Fans zu Hause bleiben würden, falls die Stadt Jena das Gästekontingent wie im Vorjahr auf 800 Plätze begrenzt. „Dürfen wieder nur 800 mitfahren, werden unsere Fans sehr wahrscheinlich wieder zu Hause bleiben“, sagte Gerber gegenüber BILD.
Derby-Zoff: Vorgeschichte eskaliert
Bereits am letzten Spieltag der abgelaufenen Saison blieb der Gästeblock in der ad hoc-Arena in Jena leer. Die Stadtverwaltung hatte das Kontingent auf 800 Plätze beschränkt und lediglich den Stehplatzbereich geöffnet. Beide Fanlager protestierten dagegen; die Erfurter reisten zu einer Demo durch die Stadt an, fuhren dann aber wieder nach Hause. Nun droht das gleiche Szenario. Die Entscheidung der Stadt basiert auf Sicherheitsbedenken: Das Derby gilt als Hochrisikospiel, bei dem es in der Vergangenheit immer wieder zu gewalttätigen Ausschreitungen kam. So hatten Erfurter Anhänger Pyrotechnik in den Jenaer Familienblock geschossen.
Sicherheitsberatung am Montag
Am kommenden Montag soll in einer Sicherheitsberatung erneut über die Zulassung von Gästefans diskutiert werden. Die Stadt Jena bleibt bislang bei ihrem Standpunkt, nur 800 Erfurter ins Stadion zu lassen. Carl Zeiss Jena selbst möchte dagegen wenigstens 1000 Gästefans zulassen. „Uns bleibt nicht mehr, als abzuwarten, was in Jena entschieden wird“, sagte Gerber. Der Vorverkauf für die Partie wurde noch nicht gestartet, obwohl der Spieltermin am 9. August um 14 Uhr immer näher rückt. „Wir sind da in den Startlöchern, können jederzeit loslegen. Alles hängt nun an dieser Entscheidung“, erklärte Gerber.
Boykott bedroht Derby-Atmosphäre
Gerber hofft auf ein Entgegenkommen der Behörden: „Dieses Derby lebt doch von seinen Fans, von einem ausverkauften Haus, der Stimmung. Fehlen unsere Anhänger wieder, ist das doch ein klarer Nachteil“, sagte er. Der RWE-Boss betont, dass die Fans nicht aus Trotz boykottieren, sondern aus Protest gegen die ihrer Meinung nach unverhältnismäßigen Restriktionen. Eine Entscheidung der Stadt wird mit Spannung erwartet, denn ohne die Erfurter Fans verliert das Derby einen großen Teil seiner Atmosphäre.



