Die FIFA hat einen Medienbericht, der von einer tiefen Krise im Weltverband und von einem angeblich angeschlagenen Präsidenten Gianni Infantino berichtet, als „frei erfunden“ und „rechtlich unzulässig“ zurückgewiesen. Der Weltverband reagierte damit auf einen Artikel, der am Wochenende in mehreren europäischen Zeitungen erschienen war und unter anderem von internen Machtkämpfen und einem möglichen Rücktritt Infantinos spekulierte.
FIFA: Vorwürfe entbehren jeder Grundlage
In einer Stellungnahme erklärte die FIFA, die in dem Bericht erhobenen Vorwürfe entbehrten „jeglicher Grundlage“ und seien „in weiten Teilen schlichtweg erfunden“. Der Verband betonte, dass Präsident Gianni Infantino weiterhin die volle Unterstützung des Exekutivkomitees genieße und dass es keine Anzeichen für eine Krise gebe. „Die FIFA ist geeint und fokussiert auf die Weiterentwicklung des Fußballs weltweit“, hieß es in der Mitteilung.
Der fragliche Bericht hatte behauptet, dass mehrere Mitglieder des FIFA-Rats unzufrieden mit Infantinos Führungsstil seien und dass es Überlegungen gebe, ihn abzusetzen. Zudem wurde spekuliert, dass die Spannungen im Vorfeld der kommenden WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko zugenommen hätten. Die FIFA wies diese Darstellungen als „haltlos“ zurück und kündigte an, rechtliche Schritte gegen die Veröffentlichung zu prüfen.
Hintergrund: Kritik an Infantino schon früher
Gianni Infantino, seit 2016 Präsident der FIFA, steht immer wieder in der Kritik. Zuletzt sorgte sein Vorschlag, alle zwei Jahre eine Weltmeisterschaft auszutragen, für Kontroversen. Auch die enge Zusammenarbeit mit autoritären Regimen, etwa in Katar oder Saudi-Arabien, wird von Menschenrechtsorganisationen und Kritikern bemängelt. Der jüngste Bericht könnte daher auf fruchtbaren Boden fallen, doch die FIFA zeigt sich unbeeindruckt.
Der Weltverband verwies in seiner Stellungnahme auch auf die sportlichen Erfolge und die wachsende Popularität des Fußballs. Man sei „stolz auf das Erreichte“ und werde sich von „unbegründeten Angriffen“ nicht ablenken lassen. Die FIFA kündigte an, die Angelegenheit „mit aller Entschiedenheit“ zu verfolgen.
Reaktionen aus der Fußballwelt
Bisher haben sich nur wenige nationale Verbände öffentlich zu dem Bericht geäußert. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) wollte sich auf Anfrage nicht konkret dazu äußern, verwies aber auf das laufende Verfahren. Andere Verbände zeigten sich überrascht und betonten, dass es keine Hinweise auf eine Krise gebe. Ein Sprecher des asiatischen Fußballverbands (AFC) sagte, man stehe in „engem und vertrauensvollem Austausch“ mit der FIFA.
Die Kritik an Infantino ist jedoch nicht neu. Bereits im Jahr 2020 gab es Berichte über interne Spannungen, nachdem Infantino sein Amt als FIFA-Präsident mit einer deutlichen Gehaltserhöhung und einer Reform der Statuten gestärkt hatte. Auch die umstrittene Vergabe der WM 2030 an Spanien, Portugal und Marokko sowie die geplante Club-WM im neuen Format sorgen für Diskussionen.
Ausblick: Juristische Prüfung angekündigt
Die FIFA hat angekündigt, den Bericht von ihren Anwälten prüfen zu lassen. Sollte sich herausstellen, dass die Veröffentlichung gegen geltendes Recht verstößt, werde man „gegen die Verantwortlichen vorgehen“. Der Verband betonte, dass man sich nicht einschüchtern lasse und weiterhin für die Interessen des Fußballs arbeite.
Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Kritik an Infantino weiter anhält oder ob sich die Lage beruhigt. Fest steht, dass die FIFA mit großen Herausforderungen konfrontiert ist – von der Reform des Spielkalenders bis hin zur Sicherstellung der Integrität des Sports. Die jüngste Kontroverse ist jedoch nach Ansicht der FIFA ein „Sturm im Wasserglas“.



