Fortuna Düsseldorf in Identitätskrise: Jobst und Arabi gegen Sparkurs
Fortuna Düsseldorf: Jobst und Arabi gegen Sparkurs

Fortuna Düsseldorf befindet sich nach dem Abstieg in die 3. Liga in einer tiefen Identitätskrise. Bei der Aufsichtsratssitzung am vergangenen Freitag zeigte sich, dass der Verein keine klare Linie für die Zukunft hat. Während die Aufsichtsratsspitze um Björn Borgerding (44) und Sebastian Fuchs (49) sowie der neue Finanzchef Michael Staade (58) einen radikalen Sparkurs verfolgen, pochen Vorstandschef Alexander Jobst (52) und Sportvorstand Samir Arabi (47) auf ambitionierte Ziele.

Zwei Lager mit gegensätzlichen Visionen

Nach Informationen der BILD sollte bei der Sitzung eigentlich das Budget für die neue Saison in der 3. Liga im Mittelpunkt stehen. Stattdessen entbrannte ein Grundsatzstreit über die strategische Ausrichtung des Vereins. Die eine Fraktion, angeführt von Borgerding und Staade, möchte den Verein verschlanken und auf Drittliga-Niveau bringen. Staade hat nach 67 Entlassungen nach dem Abstieg bereits weitere Kündigungen angekündigt, um Kosten zu sparen. Die andere Fraktion um Jobst und Arabi will dagegen alles dafür tun, um direkt wieder aufzusteigen und Fortuna als Zweitliga- oder sogar Erstliga-Klub zu etablieren.

„Jobst und Arabi sind nur zu einer Variante bereit – der ambitionierten“, heißt es aus Vereinskreisen. Jobst hatte bereits vor dem Abstieg in einer Sitzung mehrere Szenarien vorgestellt, darunter auch den extremen Personalabbau. Damals machte er jedoch klar, dass er für diesen Weg nicht zur Verfügung stehe. Er wolle nur weitermachen, wenn der Verein ambitioniert bleibe und sich so aufstelle, dass ein direkter Wiederaufstieg möglich sei. Diese Haltung bekräftigte er am Freitag erneut und erhielt dabei Rückendeckung von Arabi.

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Arabi: Nur für Fortuna in die 3. Liga

Samir Arabi betonte bei seiner Antritts-Pressekonferenz, dass er eigentlich nicht mehr in der 3. Liga arbeiten wolle. „Ich habe nur für Fortuna eine Ausnahme gemacht, weil mir in den Gesprächen signalisiert wurde, dass der Verein nach der Trauerphase in den Angriffsmodus zurückschalten würde“, erklärte Arabi. Er ist nur für den mutigeren Weg zu haben und setzt dies auch auf dem Transfermarkt um. Sein Kader macht bisher einen guten Eindruck, und er arbeitet an sportlichen Lösungen für den Wiederaufstieg.

Parallel dazu sucht Jobst nach neuen Einnahmequellen. Ein Beispiel: Trotz des Abstiegs konnte er den Sponsor Vodafone halten. Nach BILD-Informationen nutzt Jobst eine neue Möglichkeit in der 3. Liga, sodass Vodafone denselben Betrag zahlt wie zuvor in der 2. Bundesliga. Der Schriftzug des Unternehmens wird ab der neuen Saison auf dem Trikot unter der Rückennummer zu sehen sein.

Fehlendes Bekenntnis gefährdet Führungsduo

Doch trotz dieser Erfolge fehlt es an einem einheitlichen Bekenntnis des gesamten Klubs zu einer Richtung. Während Jobst und Arabi an Lösungen für frisches Geld und sportliche Stärke arbeiten, beharren Teile des Aufsichtsrats auf ihrem Verzwergungs-Vorhaben. Dies könnte das Vorstands-Duo verprellen. „Wenn einige Personen weiter an ihrem Sparkurs festhalten, läuft Fortuna Gefahr, Jobst und Arabi zu verlieren“, warnt ein Insider. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob der Verein zu einer gemeinsamen Strategie findet oder die Identitätskrise weiter eskaliert.

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