In der vierten Folge seiner SPIEGEL-WM-Kolumne äußert sich der frühere Nationalmannschaftskapitän İlkay Gündoğan zur aktuellen Situation des DFB-Teams. Dabei kritisiert er die mangelnde Körperlichkeit der Mannschaft und gibt einen konkreten Ratschlag für das bevorstehende Achtelfinale gegen Paraguay.
Körperlichkeit als Schlüssel zum Erfolg
Laut Gündoğan sei die physische Präsenz auf dem Platz ein entscheidender Faktor, der der deutschen Elf derzeit fehle. „Wir müssen uns mehr durchsetzen, Zweikämpfe annehmen und auch mal rustikaler spielen“, wird der Ex-Kapitän zitiert. Diese Eigenschaft sei besonders gegen eine robuste paraguayische Mannschaft essenziell.
Die Analyse des Ex-Kapitäns
Gündoğan, der selbst viele Jahre das DFB-Trikot trug, sieht die Probleme nicht nur im taktischen Bereich. „Es geht um die Einstellung und den Willen, jedes Spiel physisch zu dominieren“, so der 35-Jährige. Er betont, dass die deutsche Mannschaft in der Vergangenheit genau durch diese Stärke gepunktet habe. „Wir müssen wieder zu unseren Wurzeln zurückfinden.“
Der ehemalige Mittelfeldstratege verweist auf Statistiken, die zeigen, dass Deutschland in den bisherigen Turnierspielen weniger gewonnene Zweikämpfe und weniger Laufleistung als die Gegner aufwies. „Das sind alarmierende Werte, die wir dringend verbessern müssen“, mahnt Gündoğan.
Gegenmittel für das Achtelfinale
Als konkretes Gegenmittel schlägt Gündoğan vor, die Aufstellung anzupassen und mehr körperlich starke Spieler zu bringen. „Wir brauchen Typen, die in die Bresche springen und den Gegner frühzeitig stören“, erklärt er. Zudem müsse das Team kompakter stehen und die Räume enger machen.
Gündoğan appelliert an die Mannschaft, die Partie gegen Paraguay als Schicksalsspiel zu begreifen. „Wenn wir da nicht unsere beste Leistung abrufen, ist das Turnier vorbei. Jeder muss an seine Grenzen gehen und darüber hinaus.“
Der Ex-Kapitän zeigt sich dennoch optimistisch: „Die Qualität ist da, wir müssen sie nur auf den Platz bringen. Mit der richtigen Einstellung und mehr Körperlichkeit können wir Paraguay schlagen und ins Viertelfinale einziehen.“



