Schiedsrichter-Experte Manuel Gräfe hat einen brisanten Verdacht geäußert: Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 könnten große Teams von den Unparteiischen bevorzugt werden. In einem Zwischenfazit zu den bisherigen Leistungen der Schiedsrichter bei dem Turnier zog Gräfe eine kritische Bilanz.
Gräfes Thesen zur WM 2026
Der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter, der heute als Experte für BILD arbeitet, stellte die Frage in den Raum, ob die Schiedsrichter bei strittigen Entscheidungen unbewusst oder bewusst die größeren Fußballnationen bevorzugen. Konkrete Beispiele nannte Gräfe zunächst nicht, verwies aber auf mehrere kontroverse Szenen in den bisherigen Spielen.
„Es gibt durchaus Muster, die auffällig sind“, so Gräfe. Er betonte, dass dies keine pauschale Kritik an allen Unparteiischen sei, sondern eine Beobachtung, die einer genaueren Analyse bedürfe. Die Diskussion um mögliche Bevorzugungen ist nicht neu, erhält aber durch die zunehmende Bedeutung von VAR und Regelauslegungen neue Nahrung.
VAR-Chaos und Regeländerungen
Parallel zu Gräfes Äußerungen sorgt die Diskussion um den Video Assistant Referee (VAR) für weitere Spannungen. Medienberichten zufolge könnte es nach der WM zu einer Regeländerung kommen, um das sogenannte „VAR-Chaos“ zu beenden. Besonders die Thematik der Schwalben steht im Fokus: Ein Ende der Simulationen wird angestrebt.
Gleichzeitig wurden dem DFB-Team bereits zwei Tore aberkannt, was Gräfe in einer separaten Analyse als „strittig, aber regeltechnisch vertretbar“ einordnete. Er forderte jedoch mehr Transparenz bei der Kommunikation der Entscheidungen.
Kritik an FIFA-Schiedsrichterchef Collina
In einem weiteren Punkt übte Gräfe deutliche Kritik an FIFA-Schiedsrichterchef Pierluigi Collina. Es gehe um die Gesundheit der WM-Stars, so Gräfe. Er bemängelte, dass die Belastung der Spieler durch die enge Taktung der Spiele und die Hitze nicht ausreichend berücksichtigt werde. Collina müsse hier für bessere Bedingungen sorgen.
Die WM 2026 findet in den USA, Kanada und Mexiko statt und ist die erste mit 48 teilnehmenden Mannschaften. Die Diskussionen um die Schiedsrichterleistungen werden das Turnier wohl weiter begleiten.



