Hannover 96 nach Kiel-Sieg: Pokal-Verlierer-Besieger im Anmarsch?
Vor sechs Monaten schied Hannover 96 in der ersten Runde des DFB-Pokals in Cottbus aus. Doch jetzt könnte die Mannschaft von Trainer Christian Titz auf ungewöhnlichem Weg zum großen „Pokalsieger“ werden. Nach einem überzeugenden 3:1-Erfolg gegen den Pokal-Verlierer Holstein Kiel, der im Viertelfinale mit 0:3 gegen den VfB Stuttgart unterging, steht am Samstag um 13 Uhr das nächste Duell an.
Berlin wartet: Hertha BSC als nächste Herausforderung
Gegner ist Hertha BSC, das ebenfalls im DFB-Pokal ausschied – im Elfmeterschießen gegen den Bundesligisten SC Freiburg. Ein Sieg gegen die frustrierten Berliner würde Hannover 96 einen entscheidenden Punkt im engen Aufstiegsrennen der 2. Bundesliga bringen. „Wir haben gegen Kiel den nächsten Schritt auf unserer Reise gemacht und wollen jetzt weitermachen“, erklärt Stefan Thordarson, die neue isländische Verstärkung im Mittelfeld.
Mit vier Punkten Vorsprung geht Hannover in dieses wichtige Duell. Ein Erfolg könnte Hertha mit Ex-96-Trainer Stefan Leitl praktisch aus dem Aufstiegsrennen schießen und die eigene Position an der Tabellenspitze festigen. Die Frage ist: Wird Hannover 96 innerhalb von sechs Tagen zum zweiten Mal zum Besieger eines Pokal-Verlierers?
Hertha mit mentaler Belastung
Bei Hertha BSC sitzt der Frust nach dem bitteren Viertelfinal-Aus gegen Freiburg tief. Trainer Stefan Leitl räumte nach dem 4:5 im Elfmeterschießen ein: „Die Enttäuschung ist riesig.“ Mit nur 90 Stunden zwischen Pokal-Aus und dem wichtigen Ligaspiel gegen Hannover liegt der Vorteil klar auf Seiten der Niedersachsen – sowohl physisch als auch mental. „Wir müssen besonders mental regenerieren“, betonte Leitl die Herausforderung für sein Team.
Hannovers beeindruckende Serie
Hannover 96 peilt in Berlin den vierten Sieg in Folge an und hat sich zum besten Team des Jahres in der 2. Liga entwickelt. Allein in den letzten drei Spieltagen sammelte die Mannschaft von Christian Titz sieben Punkte Vorsprung auf Schalke 04, fünf auf Elversberg, drei auf Paderborn und zwei auf Darmstadt 98. Selbst der 1. FC Kaiserslautern verlor acht Punkte und hat nun sieben Zähler Rückstand auf Hannover.
„Es war wichtig, dass wir in den letzten Spielen stabil geblieben sind“, analysiert Trainer Titz. „Das sind zwar Mannschaften, die aktuell tabellarisch weiter unten stehen, die aber auch wirklich Qualität haben.“ Nach Siegen gegen Fortuna Düsseldorf (2:1), den 1. FC Magdeburg (2:1) und Holstein Kiel (3:1) wartet mit Hertha BSC jedoch eine Mannschaft anderer Qualität.
Warnung aus Berlin
Vor dem Pokal-Aus gegen Freiburg schickte Hertha mit einem 3:0 in Elversberg eine deutliche Kampfansage an die Konkurrenz. Dieses Spiel wirkte wie eine Blaupause zum 3:0-Sieg der Berliner im Hinspiel in Hannover. Trainer Titz erkannte die Parallelen: „Das war ein ähnliches Spiel. Elversberg hätte das Spiel in der ersten Halbzeit für sich entscheiden können. Aber dann nutzen sie ihre Chancen nicht und Hertha hat dann auch große individuelle Qualität, macht das erste Tor.“
Die Kieler hatten den Spagat zwischen Pokalambitionen und Ligageschäft überhaupt nicht gemeistert. Vor allem in der ersten halben Stunde gegen Hannover 96 lief beim Bundesliga-Absteiger gar nichts. „Wir haben überhaupt nicht gut verteidigt und uns das ganz anders vorgenommen“, ärgerte sich Holstein-Trainer Marcel Rapp nach der Niederlage.
Hannover 96 ist gewarnt, aber mit großer Zuversicht und einer beeindruckenden Serie im Rücken reist die Mannschaft nach Berlin. Das Duell verspricht Spannung pur im Aufstiegsrennen der 2. Bundesliga.



