Infantino hat sich verzockt: Das Ende des FIFA-Präsidenten ist da
Infantino hat sich verzockt: FIFA-Boss vor dem Aus

Vom Himmel in die Hölle in nur fünf Tagen: Gianni Infantino, Präsident des Fußball-Weltverbands FIFA, hat sich einmal zu oft verhalten wie sein großes Vorbild Donald Trump. Nach dem geplatzten Investoren-Deal kann er keine Zukunft mehr an der Spitze der FIFA haben. Das Vertrauen des Großteils der 211 Mitgliedsverbände ist verspielt, schreibt Marc Schmidt in seinem Kommentar für die Deutsche Post 24.

Der gescheiterte Teilverkauf der Weltmeisterschaften

Infantino hatte geplant, Anteile an den kommenden Weltmeisterschaften an Investoren zu verkaufen. Dieser Teilverkauf ist nun endgültig geplatzt. Zu sicher war sich der 56-jährige Italo-Schweizer, dass er die Mitgliedsländer mit zusätzlichen 20 Millionen Euro kaufen kann. Ihm war dabei offenbar gleichgültig, dass letztlich sogar Donald Trumps Schwiegersohn Jared Kushner als Investor von diesem Ego-Deal profitieren sollte.

Doch nun muss Infantino überrascht feststellen: Mit Geld kann man im Fußball doch nicht alles kaufen. Die geplante Abstimmung über den Verkauf hätte er aller Voraussicht nach gnadenlos verloren. Der Druck aus den eigenen Reihen und von den großen Kontinentalverbänden war so hoch, dass er den Plan zurückziehen musste. Es war eine demütigende Niederlage für einen Mann, der sich gerne als mächtigster Mann im Weltfußball sieht.

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Afrika als letzte Stütze

Besonders bemerkenswert ist die geografische Verteilung des Widerstands. Die UEFA, also der Europäische Fußballverband, hat sich längst von Infantino abgewandt. Auch die Verbände aus Nord- und Mittelamerika sowie aus Asien zeigen ihm die Rote Karte. Nur Afrika steht noch hinter ihm – ausgerechnet der Kontinent mit der geringsten Lobby und dem größten finanziellen Bedarf.

Diese Abhängigkeit macht ihn angreifbar. Infantino hat sich bei seinem Kalkül völlig verschätzt: Er glaubte, mit dem Versprechen von 20 Millionen Euro pro Verband eine ausreichende Mehrheit zu bekommen. Doch selbst die Versuchung des Geldes verpuffte. Die moralische Empörung über den Ausverkauf der Weltmeisterschaften ist offenbar größer als die Verlockung des schnellen Geldes.

Mini-Trump ohne Rückhalt

Marc Schmidt zieht in seiner Kolumne einen bitteren Vergleich: Infantino sei nur ein „Mini-Trump“. Während US-Präsident Donald Trump trotz seiner Alleingänge jeden Gegenwind wegfächert, geht Infantino als FIFA-Boss die Puste aus. Die eigene Belegschaft beim Weltverband ekelt sich vor der Amtsführung des machtbesessenen FIFA-Diktators. Am Freitag lief einer nach dem anderen Sturm gegen die Investoren-Pläne – ein beispielloser Vorgang in der Geschichte der FIFA.

Infantino wollte eigentlich als größter FIFA-Präsident aller Zeiten in die Annalen eingehen. Doch nun wird er womöglich als gierigster und rücksichtslosester Gewinn-Maximierer in Erinnerung bleiben. Die Parallelen zu Trump sind unübersehbar: Selbstinszenierung, Machtkonzentration und das Ignorieren von Kritik. Doch im Gegensatz zu Trump fehlt Infantino ein vergleichbares politisches Rückgrat.

Die WM 2026: Glanzlicht und Bürde zugleich

So sehr der gescheiterte Deal eine Blamage ist, so sensationell liest sich die wirtschaftliche Bilanz der Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko. Mit einer Rekordeinnahme von 15 Milliarden US-Dollar hat die FIFA so viel Geld verdient wie nie zuvor. Auch die Aufstockung des Turniers auf 48 Mannschaften stieß auf positive Resonanz und begeisterte die Menschen.

Aber der Erfolg der WM 2026 hilft Infantino nicht weiter. Die Wahl zum FIFA-Präsidenten ist für den 18. März 2026 angesetzt – und nach diesem Desaster ist eine dritte Amtszeit praktisch ausgeschlossen. Der Sonnenkönig hat sich an den Investoren-Deal bitter verbrannt. Selbst wenn er formal kandidieren könnte, fehlt ihm die notwendige Unterstützung.

Rücktritt als einziger Ausweg

Marc Schmidt fordert: Wenn Infantino gute Freunde hat, sollten diese ihm zum Rücktritt raten. Ob Infantino darauf hören würde, ist allerdings fraglich. Der Strippenzieher und ehemalige Generalsekretär der UEFA hat in der Vergangenheit immer wieder gezeigt, dass er Widerstände ignoriert und auf Zeit spielt. Doch dieses Mal ist die Lage anders. Die Fronten sind verhärtet, das Misstrauen ist riesig.

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Es wäre im Interesse des Weltfußballs, wenn Infantino die Konsequenzen zieht. Die FIFA braucht eine Führung, die für Transparenz und Integrität steht, nicht für Machtspiele und finanzielle Deals. Der gescheiterte Investoren-Deal könnte der Wendepunkt sein, der die Organisation endlich von ihrem umstrittenen Präsidenten befreit.

Fazit: Das Ende einer Ära

Für Infantino bleibt nach diesem Debakel nicht viel Hoffnung. Er hat sich verzockt, das Vertrauen verspielt und die letzte Chance auf eine geordnete Amtsübergabe vertan. Der Rückhalt schwindet, die Kritiker werden lauter. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis aus dem Traum von der Unantastbarkeit ein Albtraum wird. Marc Schmidt bringt es auf den Punkt: Das muss das Ende von Infantino sein.