Fifa-Präsident Infantino plant Ausverkauf: Kritik an Investoren-Plänen
Infantino: Kritik an Fifa-Investoren-Plänen

Fifa-Präsident Gianni Infantino treibt die Kommerzialisierung des Fußballs mit einem neuen Plan auf die Spitze: Der Weltverband will die FIFA Forward Enterprise (FFE) gründen und 20 bis 30 Prozent der kommerziellen Rechte an seinen Turnieren an private Investoren verkaufen. Ziel sei es, mehr als vier Milliarden Dollar zu erlösen, teilte die Fifa mit. Infantino spricht von einer Demokratisierung des Fußballs, von der vor allem kleinere Verbände profitieren sollen. Doch die Ankündigung stößt auf massive Kritik – von der Uefa ebenso wie von DFB-Vizepräsident Hans-Joachim Watzke.

Investoren-Pläne: Fußball als Anlageobjekt?

Hinter dem Vorhaben steht eine Investorengruppe unter Führung von Joshua Kushner, dem Bruder von Donald Trumps Schwiegersohn Jared Kushner. Kritiker befürchten, dass die Fifa den Fußball damit endgültig zur Ware degradiert. „Es geht ihnen einzig und allein um den Versuch, einen globalen Sport in eine investierbare Anlage zu verwandeln und ihn bis aufs Letzte auszubeuten“, kommentiert Charlotte Bruch im Tagesspiegel. Die Fifa habe zuletzt Rekordeinnahmen erzielt und sei kein armer Verband. Private Geldgeber erwarteten Rendite, was zu noch mehr Turnieren und größeren Teilnehmerfeldern führen werde.

Scharfe Kritik von Uefa und DFB

Uefa-Präsident Aleksander Čeferin und DFB-Vizepräsident Watzke übten scharfe Kritik. Watzke sprach von einer überschrittenen Grenze. Die großen Verbände seien nun gefordert, sich geschlossen gegen den Vorstoß zu stellen. Von den 211 Mitgliedsverbänden der Fifa, die auf Zuschüsse angewiesen seien, sei kein Widerstand zu erwarten. „Es wird auf die größeren Entscheidungsträger wie die Uefa um Präsident Aleksander Čeferin oder Verbände wie den DFB ankommen“, so Bruch. Sie müssten verhindern, dass der Fußball als Handelsware betrachtet werde.

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Politische Dimension und mangelnde Transparenz

Mit der Beteiligung Kushners bekommt der Deal eine politische Note. Die Frage sei, inwiefern die US-Regierung den Deal steuere, schreibt Bruch. Transparenz sei von der Fifa jedoch nicht zu erwarten. Infantinos Wiederwahl steht im März an – Kritiker unterstellen ihm eigennützige Motive. „Ein Schelm, wer da Infantino Eigennützigkeit unterstellt“, kommentiert die Autorin sarkastisch.

Fazit: Kampf um die Zukunft des Fußballs

Der Ausgang des Streits wird richtungsweisend sein. Sollte Infantinos Plan umgesetzt werden, droht eine weitere Kommerzialisierungswelle, die den Fußball für Fans und Sportler gleichermaßen entfremden könnte. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Kritiker genug Einfluss haben, um das Vorhaben zu stoppen. „Sonst bleibt am Ende nichts von ihm übrig“, warnt Bruch.

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