Insolvenzverfahren bei 1860 München nach Zwangsabstieg eröffnet
Insolvenzverfahren bei 1860 München eröffnet

Nach dem Zwangsabstieg in die Fußball-Regionalliga und wochenlangen Querelen um Investor Hasan Ismaik hat das Amtsgericht München das Insolvenzverfahren über die Profiabteilung des TSV 1860 München eröffnet. Der Beschluss wurde am heutigen Tag öffentlich bekannt gegeben. Das Gericht bestellte einen vorläufigen Insolvenzverwalter, „zur Sicherung des Schuldnervermögens vor nachteiligen Veränderungen“, wie es in der amtlichen Mitteilung hieß.

Betroffen ist die Spielbetriebsgesellschaft KGaA

Konkret betroffen ist die „TSV München von 1860 GmbH & Co. Kommanditgesellschaft auf Aktien“ (KGaA), die bislang vom Stammverein und Geldgeber Hasan Ismaik gemeinsam geführt wurde. Unter ihrem Dach liefen der Profispielbetrieb, die U21 und die U19. Die KGaA ist nun zahlungsunfähig. Geschäftsführer Manfred Paula hatte den Insolvenzantrag bereits am Dienstagabend beim Amtsgericht gestellt, wie Medien übereinstimmend berichten.

Erfahrener Insolvenzverwalter übernimmt

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Max Liebig bestellt, der bereits die Insolvenzverfahren gegen den Fußballverein Türkgücü München und den Sternekoch Alfons Schuhbeck verantwortete. Liebig soll nun die Vermögenswerte sichern und die Gläubigerinteressen wahren.

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Stammverein plant Neustart in der 4. Liga

Der TSV 1860 München e.V. hatte bereits am vergangenen Wochenende auf einer Mitgliederversammlung die Gründung einer neuen Spielbetriebsgesellschaft beschlossen. Diese soll künftig den Profifußball bei den „Löwen“ organisieren und den Neustart in der Regionalliga (4. Liga) bewerkstelligen. Zunächst geht es vor allem darum, einen konkurrenzfähigen Kader zusammenzustellen. Viele Fragen sind jedoch noch offen, etwa wie die Auftritte der künftigen Mannschaft aussehen werden. Die Merchandising GmbH mitsamt der Nutzungsrechte an Logos und Schriftzügen gehört zu 100 Prozent Ismaik.

Auslöser des Chaos: Gekündigtes Darlehen

Zu dem Chaos war es gekommen, nachdem Ismaik ein Darlehen kündigte und 1860 damit die wirtschaftlichen Voraussetzungen für den Verbleib in der 3. Liga nicht mehr erfüllte. Zuvor waren Verhandlungen zwischen Ismaik und dem Stammverein gescheitert. Der bei vielen Fans unbeliebte Millionär behauptete zuletzt, der Stammverein habe die Insolvenz provoziert, um ihn loszuwerden. Der TSV wies dies zurück und erklärte, Ismaiks Forderungen seien nicht realisierbar gewesen.

Ausblick: Zukunft der Löwen ungewiss

Die Insolvenz der KGaA markiert einen tiefen Einschnitt in der Geschichte des Traditionsvereins. Der Neustart in der Regionalliga wird schwierig, da die Mannschaft neu aufgebaut werden muss und die finanziellen Mittel begrenzt sind. Der Stammverein hofft, mit der neuen Spielbetriebsgesellschaft eine stabile Basis für die Zukunft zu schaffen. Ob und wann 1860 München in den Profifußball zurückkehren kann, bleibt abzuwarten.

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